Neben der Spur: Wenn die Filmemacher rufen
VON ROBERT PETERS - zuletzt aktualisiert: 13.12.2010 - 16:10Düsseldorf (RP). Joachim Löw und Oliver Bierhoff gehören endgültig zu den ganz Großen. Sie werden Schauspieler im Tatort. Damit treten sie in die Fußstapfen von Berti Vogts, der einst im mimischen Doppelpass mit einem Kaninchen eine Gasexplosion verhinderte.
Noch bevor allerdings Hollywood rufen konnte, trat der Schauspieler Vogts in den Ruhestand. Es blieb bis heute seine letzte prägende Rolle. Schade.
Bei seinem alten Weltmeister-Kollegen Franz Beckenbauer weiß man nie, ob er seine Filmrollen ("Libero", 1973) ins wahre Leben hinübergerettet hat oder umgekehrt. Und wer sich an bewegende Auftritte von Paul Breitner als Westernheld in "Potato Fritz", immerhin an der Seite von Hardy Krüger, oder von Sepp Maier und Gerd Müller in Ludwig-Thoma-Filmen erinnert, der weiß, dass gerade die Bayern unter den bedeutenden Akteuren vordere Plätze belegen. Das ist fast so wie im richtigen Fußball.
Leider ist die Begabung von Münchner Darstellern der jüngeren Generation von der Filmindustrie noch nicht gewürdigt worden. Noch warten die Cineasten auf Louis van Gaal in der Rolle von König Ludwig. Hier könnte er sein Talent als Feierbiest auf Schloss Neuschwanstein ausleben und müsste für die spontanen Siegesfeiern nicht eigens den Balkon des Rathauses am Marienplatz mieten.
Höhepunkt der Verfilmung wäre ein großer Monolog des nicht minder großen Holländers, in dessen Verlauf er im Kaminzimmer der Welt Ratschläge aus seinem gefeierten Standardwerke unterbreitet. Anschließend könnte sein Leben verfilmt werden – Mitglieder bekommen die lange Version mit dem "Making of" im Bayern-Shop.
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