1. Bundesliga 17/18
| 20.29 Uhr

0:3-Pleite gegen Bremen
Leipzig hat Leichtigkeit und Selbstsicherheit eingebüßt

RB Leipzig hat Leichtigkeit und Selbstsicherheit eingebüßt
FOTO: afp, SAR
Bremen. Die 0:3-Niederlage von RB Leipzig in Bremen zeigt: Spiele, aus denen in der Hinrunde noch Punkte mitgenommen wurden, gehen nun verloren. Bremen hingegen befindet sich weiter im Aufwärtstrend.  Von Eckhard Czekalla, Bremen

Spaß hatte Alexander Nouri schon gegen Ende der 90 intensiven Spielminuten, in denen seine Profis mit einem starken Auftritt imponierten. Vier Siege und ein Remis in den vergangenen fünf Spielen – der Trend stimmt beim Bundesligisten Bremen. Und dennoch mahnte Werders Cheftrainer: "Wir müssen bescheiden bleiben." Feiern aber sollten die Fans, die seine Mannschaft  stimmgewaltig unterstützten und einen Nachmittag erlebten, an dem diesmal  nicht das große Zittern angesagt war.

"Wir sind die Nummer eins im Norden", riefen die Fans im Stadion. Bremen liegt in der Tabelle vor den punktgleichen Wolfsburgern und den Hamburgern, die nach dem Remis in Frankfurt zwei Punkten weniger haben. Dumm nur, dass alle drei Klubs mitten drin sind im Kampf gegen den 16. Tabellenplatz, der am Saisonende die Relegation gegen den Zweitliga-Dritten bedeutet. Dass sich Ingolstadt und Darmstadt noch retten können, glaubt kaum jemand.

Leipzig, noch immer auf Platz zwei, hat die Leichtigkeit, hat die Selbstsicherheit, hat die Fähigkeit eingebüßt. Spiele, aus denen  in der Hinrunde noch Punkte mitgenommen wurden, gehen nun verloren. Wie in Bremen. "Wir sind die bessere Mannschaft und gehen mit einem 0:3 nach Hause", meinte Marcel Sabitzer kopfschüttelnd. Für die erste Halbzeit trifft das zu. Da hatte vor allem Timo Werner, am Tag zuvor erstmals in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen, einige Chancen, doch Werder-Schlussmann Felix Wiedwald knüpfte nahtlos an seine starken Leistungen in den zurückliegenden Wochen an. Glück hatte der Bremer, als Sabitzer nur den Innenpfosten traf (39.). Es wäre der Ausgleich gewesen.

Drei Österreicher treffen

Ralph Hasenhüttl gehörte stets zu jenen, die vor zu großer Euphorie warnten. Die tolle Hinrunde hatte Erwartungen geweckt, die seine junge Mannschaft derzeit nicht erfüllt. Aber der Österreicher war nicht unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft. "Wir können das Spielglück derzeit nicht auf unsere Seite ziehen. Vielleicht haben  wir es aufgebraucht. Wir kassieren mit dem ersten Schuss aufs Tor das 0:1. Dann nehmen wir uns für die zweite Halbzeit viel vor und kassieren dann sehr schnell den nächsten Gegentreffer. Es sind halt die Ergebnisse, die im Fußball zählen", sagte Hasenhüttl. Dass ausgerechnet drei Landsleute die Torschützen beim Gegner waren, interessierte ihn weniger. "Jeder Gegentreffer tut weh", betonte er.

Zlatko Junuzovic krönte seine starke Leistung mit dem Treffer zum 1:0 (34.), als er entschlossen zutrat und der Ball unhaltbar für Peter Gulacsi einschlug. Vor dem 2:0 bediente Werders Kapitän Florian Grillitsch, der die Freistoßvariante völlig unbedrängt mit einem satten Schuss aus zwölf Metern in den Torwinkel abschloss. Beim 3:0 (90.) staubte der zwei Minuten zuvor eingewechselte Florian Kainz ab, nachdem Gulacsi gegen Aron Johannsson glänzend pariert hatte, den Ball aber nicht unter Kontrolle bringen konnte. Vor allem der zweite Gegentreffer ärgerte Willi Orban. "Standardsituationen sind Charaktersache. Da darf dir dein Gegenspieler nicht weglaufen", kritisierte Leipzigs Teamkapitän – und meinte Benno Schmitz, der Grillitsch aus den Augen verlor. 

Bremen ohne Kruse

Gastgeber Bremen verkraftete den Ausfall von zwei wichtigen Offensivkräften erstaunlich gut, weil jeder bereit war, den zusätzlichen Schritt zu machen und die elf Profis auf dem Platz als Team auftraten. Serge Gnabry und der zuletzt sehr effektive Max Kruse mussten passen. An diesem Nachmittag war dies egal. "Dass es so läuft, kommt ja nicht von ungefähr. Den Lauf haben wir uns hart erarbeitet", meinte Bremens Robert Bauer.

In der Länderspielpause hofft  Hasenhüttl, die alten Qualitäten bei seiner noch jungen und unerfahrenen Mannschaften wieder wecken zu können. "Es folgen nun die Play-off-Spiele, in denen wir uns für eine jetzt schon tolle Saison belohnen können", sagte er. Der Aufsteiger bleibt im Rennen um einen Platz auf der europäischen Bühne. Offen ist nur, ob es die Champions League oder die Europa League ist. Überlegungen, die man auch gerne in Bremen anstellen würde. Doch da steht der Kampf um den Klassenerhalt im Arbeitsheft. Die Hoffnung, dass  er erfolgreich endet, ist seit dem Sieg gegen Leipzig und vor allem durch die Leistung auf dem Platz wieder größer geworden.

 
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