1. Bundesliga 16/17
| 09.08 Uhr

Werder Bremen
Pizarro träumt schon von Berlin

Bremen. Altmeister Claudio Pizarro setzte sein schelmisches Lächeln auf. "Berlin ist geil", sagte der 37-Jährige am Tag nach dem Pokal-Triumph. Der Stürmer von Werder Bremen träumt schon vom Finale im Olympiastadion – und schwor seine Mannschaft gleichzeitig auf das Kellerduell mit 1899 Hoffenheim ein.

"Ich will beides, nach Berlin und in der Liga bleiben", sagte Pizarro. Der unerwartete Coup bei Bayer Leverkusen (3:1) gibt den Hanseaten neuen Mut vor dem Spiel (15.30 Uhr/Live-Ticker) gegen Hoffenheim. "Es bringt nichts, nur im Pokal zu rennen, wir müssen auch in der Liga punkten", sagte Kapitän Clemens Fritz, "die Bundesliga ist sehr wichtig für uns, es geht um enorm wichtige drei Punkte. Das wissen alle. Den Schwung müssen wir mitnehmen ins Wochenende."

Die Werder-Fans hatten nach dem Pokal-Fight fast ungläubig und mit großer Ausdauer gefeiert. "Europapokal", skandierten sie noch viele Minuten, nachdem ihr Team erstmals seit 2010 wieder ins Pokal-Halbfinale eingezogen war.

Aber der eine oder andere mag auf der Rückfahrt in die Hansestadt auch das kuriose Szenario durchdacht haben, das Werder bevorstehen könnte. Wie bisher nur der 1. FC Kaiserslautern vor 20 Jahren könnte Werder in dieser Saison aus der Bundesliga absteigen und gleichzeitig Pokalsieger werden. Und könnte dann in der kommenden Saison theoretisch am Donnerstag in der Europa League bei Manchester United spielen - und Montag darauf in der 2. Liga bei der SG Sonnenhof Großaspach.

Die Hauptdarsteller wussten deshalb zunächst auch nicht so recht, wie sie den überraschenden und verdienten Triumph in der BayArena bewerten sollten. Die Spieler hüpften minutenlang vor der Kurve, Manager Thomas Eichin strahlte über das gesamte Gesicht, und Trainer Viktor Skripnik platzte fast vor Stolz. Doch in erster Linie war der Pokal-Triumph für die Hanseaten ein Mutmacher.

Natürlich "würde ich mich nicht gegen einen Titel zum Karriereende wehren", sagte Fritz, der im Sommer aufhören wird, "ein Finale in Berlin ist für jeden Fußballer ein Wunsch, ein Traum, ein einmaliges Erlebnis. Aber mit Träumen kommt man nicht weiter. "

Auch Skripnik blickte nach vorne. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", sagte er trocken. Am Samstag "müssen wir liefern. Wir wissen, dass wir Fußball spielen können, wenn alles passt. Aber wir haben leider auch immer wieder Spiele dabei wie in Mönchengladbach." Was Werder, seit 35 Jahren ununterbrochen in der ersten Liga, Hoffnung macht für den Überlebenskampf, ist Routinier Pizarro. Der 37-Jährige traf mit seinem Foulelfmeter zum 2:1 im sechsten Pflichtspiel in Folge.

(sid)
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