1. Bundesliga 17/18
| 16.04 Uhr

Stürmer will noch ein Jahr spielen
Werder gibt Pizarro keinen neuen Vertrag

Fotos: Claudio Pizarro – Werder- und Bayern-Star, Triple-Sieger, Lebemann
Fotos: Claudio Pizarro – Werder- und Bayern-Star, Triple-Sieger, Lebemann FOTO: dpa, fg jhe
Bremen. Am Ende war es keine Überraschung mehr: Fast 18 Jahre nach dem ersten Spiel für Grün-Weiß wird Fan-Idol Claudio Pizarro Werder Bremen wohl für immer verlassen.

Gut zwei Stunden vor dem Trainingsstart bestätigte der Bundesligist den Abschied vom mittlerweile 38 Jahre alten Stürmer. Der ausgelaufene Vertrag des Torjägers wird nicht um ein weiteres Jahr verlängert.

"Aufgrund der großen Konkurrenz im Angriff und der jungen Talente, deren Entwicklung wir nicht blockieren möchten, haben wir uns so entschieden", sagte Sportchef Frank Baumann zur Begründung. Seit Wochen war in der Hansestadt über die sportliche Zukunft des Peruaners spekuliert worden. Laut Baumann war Pizarro indes vorgewarnt: "Wir hatten Claudio die Situation bereits Mitte Mai signalisiert."

Werders Rekordtorschütze mit 104 Treffern nahm den somit offenbar nicht unerwarteten Beschluss mit Gelassenheit zur Kenntnis: "Ich hätte gern noch weiter für Werder gespielt, aber ich akzeptiere die Entscheidung. Es war mir immer eine große Ehre."

Somit fehlte Pizarro beim Trainingsauftakt am Nachmittag. Unter der Leitung von Cheftrainer Alexander Nouri absolvierten 14 Profis eine erste Übungseinheit. Als einziger Neuzugang war Jerome Gondorf vom Bundesliga-Absteiger Darmstadt 98 mit von der Partie.

Pizarro bekommt ein Abschiedsspiel

Um die Dankbarkeit des Klubs zu dokumentieren, kündigte Baumann, der einst drei Jahre lang zusammen mit Pizarro für die Grün-Weißen auf dem Platz stand, bereits ein Abschiedsspiel für den Publikumsliebling an: "Claudio ist eine Legende und wird völlig zu Recht den bestmöglichen Abschied, den ein Werder-Spieler erhalten kann, bekommen", erklärte der Ex-Nationalspieler.

Auf diese Partie werden die Fans aber voraussichtlich noch mindestens ein Jahr warten müssen, denn Pizarro will seine Karriere an anderer Stelle noch für eine Spielzeit fortsetzen. Wegen diverser gesundheitlicher Probleme war er in der abgelaufenen Saison an der Weser nur noch zu 19 Einsätzen gekommen, dabei gelang ihm lediglich ein Tor.

Doch der Südamerikaner wird sowohl in die Bundesliga-Geschichte als auch in die Annalen des SV Werder eingehen. Zwischen 1999 und 2017 erzielte Pizarro in 430 Spielen 191 Tore in Deutschlands Eliteliga, Bestwert für einen ausländischen Profi. Eine weitere Bestmarke: Noch im Alter von 37 Jahren gelang ihm ein Bundesliga-Dreierpack.

Acht Jahre trug der Topstürmer das Werder-Trikot, sogar neun Jahre lang ging Pizarro für Bayern München auf Torejagd. In Diensten des deutschen Rekordmeisters war der Familienvater und Pferdeliebhaber an sechs deutschen Meistertiteln und fünf Pokalsiegen beteiligt. Mit Werder gewann er immerhin einmal den DFB-Pokal.

Weniger erfolgreich war Pizarro mit der peruanischen Nationalmannschaft. Zu einer WM-Teilnahme reichte es nie, so steht lediglich ein dritter Platz bei der Copa America 2015 zu Buche.

(sid)
 
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