1. Bundesliga 16/17
| 11.26 Uhr

Werder Bremen
Trainer Skripnik coacht auf Bewährung

Porträt: Viktor Skripnik – Werder-Trainer, Publikumsliebling
Porträt: Viktor Skripnik – Werder-Trainer, Publikumsliebling FOTO: dpa, rwe hak
Bremen. Wirbel an der Weser: Die Spekulationen um eine vorzeitige Ablösung von Trainer Viktor Skripnik reißen nicht ab - Namen möglicher Nachfolger machen schon die Runde.

Markus Gisdol, Jos Luhukay und Torsten Lieberknecht. Immer wieder Torsten Lieberknecht. Die Spekulationen um eine vorzeitige Ablösung von Werder Bremens Trainer Viktor Skripnik reißen nicht ab - auch wenn Sportchef Thomas Eichin am Montag erneut versicherte, mit dem Ukrainer weiterarbeiten zu wollen.

"Trainer auf Abruf", titelte das Fachmagazin kicker am Montag. Für die gewöhnlich gut informierte Kreiszeitung Syke steht fest: Skripnik "muss im Sommer gehen". Und so machen ungeachtet der Bremer Lippenbekenntnisse bereits die Namen möglicher Nachfolger für den chronisch erfolglosen Skripnik die Runde.

Auffällig häufig fällt dabei der Name Lieberknecht. Der Coach des Zweitligisten Eintracht Braunschweig, der beim Ende der Ära Thomas Schaaf 2013 schon heiß gehandelt wurde, gilt an der Weser laut übereinstimmenden Berichten als Favorit ab Sommer.

Eichin können die Gerüchte nicht gefallen, er stellte sich am Montag nach fast 90-minütigem Gespräch mit Skripnik und dessen Assistenten Torsten Frings und Christian Vander erneut vor die Presse. "Ich habe viele Gespräche geführt, und wir sehen uns bestätigt, den Weg mit Viktor und seinem Team konsequent weiterzugehen", sagte Eichin: "Wir haben alle das Gefühl, dass er stark genug ist." Gespräche mit anderen Trainern habe er nicht geführt.

Ein nachhaltiger Fortschritt, das weiß auch Eichin, ist unter Skripnik allerdings nicht zu erkennen, seit er am 25. Oktober 2014 als Nachfolger von Robin Dutt zum Cheftrainer befördert wurde. Zwar schaffte Klub-Ikone Skripnik, der als Spieler 1999 den DFB-Pokal und 2004 zum Abschluss der Karriere noch das Double gewonnen hatte, mit den Bremern in der Vorsaison noch den Klassenerhalt. Doch die aktuellen Zahlen sprechen gegen ihn.

Unter Trainer Skripnik, der in Bremen noch einen Vertrag bis 2017 besitzt, holten die Grün-Weißen in den bisherigen 29 Saisonspielen dürftige 28 Punkte, gewannen nur 2 von 14 Heimspiele und avancierten mit rekordverdächtigen 59 Gegentoren zur Schießbude der Liga - sogar der Tabellenletzte Hannover 96 (54) kassiert weniger Tore.

Nicht zuletzt die gruselige Vorstellung am Samstag gegen den FC Augsburg (1:2), die siebte (!) Heimniederlage der Saison, schürt im einst so ruhmreichen Klub die Angst vor dem ersten Bundesliga-Abstieg seit 36 Jahren. Das Horror-Szenario 2. Liga nimmt in Bremen immer mehr Konturen an.

Und dennoch wird Skripnik auch beim Heimspiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den VfL Wolfsburg auf der Werder-Bank Platz nehmen. Als Trainer auf Abruf. Skripnik coacht auf Bewährung.

(old/sid)
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