1. Bundesliga 17/18
| 16.11 Uhr

Neuer Trainer
Kohfeldt kämpft um seine Chance als Werder-Retter

Werder stellt Kohfeldt als Trainer vor
Werder stellt Kohfeldt als Trainer vor FOTO: dpa, crj hak
Bremen. Lucien Favre, Bruno Labbadia, Thomas Tuchel: Inmitten der anhaltenden Spekulationen über eine "große Lösung" bei Werder Bremen kämpft Interimstrainer Florian Kohfeldt um seine Chance als grün-weißer Retter.

Angriffslustig, eloquent, optimistisch: Mit einem selbstbewussten Auftritt rückte Florian Kohfeldt die hitzigen Spekulationen über eine "große Lösung" bei Werder Bremen zumindest kurzzeitig in den Hintergrund. Die parallele Trainersuche des Bremer Sportchefs Frank Baumann scheint den bisherigen U23-Trainer regelrecht anzustacheln.

"Das ist kein Problem für mich", sagte das Bundesliga-Greenhorn am Mittwoch. Es gebe eine "klare Absprache" mit Baumann, mit dem er im "intensiven und sehr ehrlichen" Austausch stehe. Kohfeldt betrachtet die Situation ohnehin eher als seine große Chance. "In dieser Woche muss die Mannschaft eine Reaktion zeigen nach den letzten Spielen. Wir alle wissen nicht, was Montag ist. Das ist aber nicht schlimm."

Ungeachtet der Gerüchte um prominente Namen wie Lucien Favre, Bruno Labbadia oder sogar Thomas Tuchel, die dieser Tage rund um das Weserstadion kursieren, liegt Kohfeldts Fokus auf seiner Bundesliga-Premiere am Freitag (20.30 Uhr/Eurosport). Für die Partie bei Eintracht Frankfurt hat er drei Punkte als Ziel ausgerufen. "Ich glaube, dass es am Freitag ein guter Start wäre, eine andere Leistung auf den Platz zu bringen und diese mit einem Sieg in Frankfurt zu krönen", sagte der Interimscoach.

Respekt ja, Angst nein: Kohfeldt - schwarzes T-Shirt, schwarzer Trainingsanzug, lässiger Drei-Tage-Bart - hat den Kampf um seinen ersten Bundesliga-Job auch verbal angenommen - und forderte bei seinem ersten öffentlichen Auftritt von seinen Profis die volle Konzentration auf die schwere Mission Klassenerhalt.

"Jeder muss wissen, in welcher Situation wir stecken", sagte der bisherige Drittliga-Coach. Mit fünf Punkten befinde sich der Klub in "keiner rosigen Situation". Vor allem in puncto Mentalität und Bereitschaft könne man erwarten, "dass die Mannschaft eine Reaktion zeigt". Mit einer Balance aus mutigem Offensivspiel und disziplinierter Verteidigung soll der Weg aus der Krise gelingen. Werder wartet nach zehn Ligaspielen noch immer auf den ersten Sieg und hat erst drei Tore erzielt.

Doch auch wenn man an der Weser inständig hofft, dass sich Kohfeldt als ähnliches Trainerjuwel entpuppt wie Thomas Tuchel und Julian Nagelsmann, die ebenfalls als Nobodys in die Liga kamen und schnell das Establishment aufmischten. Im Klubumfeld gibt es kritische Stimmen gegen eine erneute Installierung eines unerfahrenen Eigengewächses. Denn dies ging zuletzt mit Viktor Skripnik und nun mit Alexander Nouri trotz kurzfristiger Erfolge zwei Mal schief.

"Werder braucht einen erfahrenen Trainer. Weil es für den Verein um den Klassenerhalt geht. Ich halte unter anderem Bruno Labbadia für die jetzige Situation geeignet", sagte Bremens Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer der Sport Bild. Auch die Namen von Favre, der mit dem französischen Erstligisten OGC Nizza zurzeit in der Krise steckt, und vom zurzeit vereinslosen Tuchel werden in Bremer Medien gehandelt.

Baumann hielt sich am Mittwoch weiterhin alle Türen offen. Kohfeldt lobte er für dessen "klare Vorstellungen, welchen Fußball er spielen lassen möchte". Er werde "so oder so eine große Zukunft als Trainer haben". Für die Partie in Frankfurt wünsche er sich einen Sieg, "aber die Entscheidung über den zukünftigen Cheftrainer der Bundesliga-Mannschaft wird unabhängig vom Ergebnis getroffen."

Dass Kohfeldt Abstiegskampf kann, bewies er in der vergangenen Saison, als ihm mit dem Bremer Profi-Nachwuchs der Last-Minute-Klassenerhalt gelang. Zudem war er als Co-Trainer dabei, als Skripnik im Jahr 2014/15 in höchster Not den Ligaverbleib schaffte.

(sid)
 
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