1. Bundesliga 16/17
| 14.37 Uhr

"Er muss weiter hart arbeiten"
Gambia-Flüchtling Manneh lässt Werder-Fans hoffen

Werder Bremen: Gambia-Flüchtling Ousman Manneh lässt Werder-Fans hoffen
Ousman Manneh hat im ersten Spiel bei den Profis von Werder Bremen vier Tore innerhalb von 15 Minuten erzielt. FOTO: Screenshot Twitter
Bremen. Bei seinem Debüt in der Profimannschaft von Werder Bremen hat der erst 18 Jahre alte Ousman Manneh binnen einer Viertelstunde vier Tore erzielt. Damit weckt der Stürmer bei den Werder-Fans leise Hoffnungen, den zum Ligarivalen Schalke 04 gewechselten Torjäger Franco di Santo ersetzen zu können.

Über seine abenteuerliche Flucht aus Gambia mochte Ousman Manneh nach wie vor nicht reden. Viel lieber genoss der 18-Jährige seinen spektakulären Viererpack beim Debüt in den Reihen der Bundesliga-Profis von Werder Bremen.

"Ich war nervös und bin jetzt selbst überrascht. Wenn mir das vorher einer erzählt hätte, ich hätte es nicht geglaubt", sagte er, Staunen prägte seine Gesichtszüge. Erst in der 61. Minute eingewechselt, erzielte der kampfstarke Stürmer beim 7:0 (2:0)-Testspielsieg der Hanseaten beim SV Wilhelmshaven vier Tore binnen einer Viertelstunde - und weckte zumindest bei den Werder-Fans leise Hoffnungen auf mehr.

Zwar war der Sechstligist kein ernsthafter Gegner, doch schon beim Drittliga-Auftakt am vergangenen Wochenende war Manneh der Treffer zum 2:1-Auswärtssieg bei Hansa Rostock gelungen.

Ad hoc wird der Westafrikaner gestandene Top-Torjäger wie den in der vergangenen Woche zu Schalke 04 gewechselten Franco di Santo in der Bundesliga nicht ersetzen können. Mittelfristig jedoch sieht man an der Weser durchaus Entwicklungsmöglichkeiten bei Manneh.

"Er ist ein junger Spieler, der über ein großes fußballerisches Potenzial verfügt. Für uns ist es nun eine spannende Aufgabe, an seiner weiteren sportlichen Entwicklung mitzuwirken", sagte U23-Trainer Alexander Nouri.

Und auch Chefcoach Viktor Skripnik hat den begabten Angreifer schon auf dem Schirm. "Wenn er sich weiter in der 3. Liga profiliert, bin ich fest davon überzeugt, dass er bei uns nicht nur trainieren, sondern auch spielen kann", sagte der Ukrainer dem sid, warnte jedoch im gleichen Atemzug: "Aber jeder weiß, dass Talent nur 20 Prozent ausmacht. Er muss weiter akribisch und hart arbeiten."

Vor einem Jahr hatte sich Manneh schon beim Blumenthaler SV in der A-Jugend-Regionalliga einen Stammplatz erkämpft, einen Tag nach seinem 18. Geburtstag im März unterschrieb er seinen ersten Vertrag beim SV Werder - gleich bis zum 30. Juni 2018. Noch beträgt sein Marktwert 50.000 Euro, eine Summe, die aber schon in naher Zukunft schnell steigen könnte.

Einer, der schon Hunderte von Werder-Profis live gesehen hat, kann sich sehr gut vorstellen, dass exakt dieses Szenario in Kürze eintritt. Ehrenpräsident Klaus-Dieter Fischer war Augenzeuge von Mannehs Gala und nach der Partie schwer begeistert. "Er bewegt sich vor allem großartig", sagte der 74-Jährige über den 1,90 m großen Angreifer.

(sid)
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