1. Bundesliga 16/17
| 21.51 Uhr

Montagsspiel der Bundesliga
Bremen zieht vor dem Abstiegsthriller gegen Stuttgart alle Register

Fotos: Werder-Fans jubeln Mannschaftsbus vor Wolfsburg-Spiel zu
Fotos: Werder-Fans jubeln Mannschaftsbus vor Wolfsburg-Spiel zu FOTO: dpa, crj hak
Bremen. Kurztrainingslager vor dem Abstiegsthriller, überraschende Vertragsverlängerung von Kapitän Clemens Fritz: Werder Bremen zieht in der vielleicht größten Krise der Vereinsgeschichte alle Register - um den drohenden Absturz in die Zweitklassigkeit doch noch zu verhindern.

"Wir wollen uns als komplettes Team gemeinsam fokussieren und uns einschwören", sagte Trainer Viktor Skripnik vor dem Kellerduell gegen Stuttgart am Montagabend (20.15 Uhr/Live-Ticker): "Daher haben wir beschlossen, die 'heiße Phase' vor dem Bundesliga-Spiel etwas auszudehnen und die Zeit in Verden im Hotel zu verbringen." Für den Showdown der Sorgenkinder werde nicht nur trainiert, sondern auch auf Teambuilding gesetzt. "Lieber zwei Tage zusammen sein, Bundesliga gucken und schnacken", sagte der Ukrainer.

Nach der bisher schlechtesten Bilanz der Vereinsgeschichte (31 Punkte nach 31 Spielen) kämpfen die Bremer als Tabellen-16. gegen den zweiten Abstieg nach dem von 1980. In der Krise setzte auch Fritz ein Zeichen, sich der Verantwortung nicht entziehen zu wollen und notfalls auch in der 2. Liga die Konsequenzen für eine Horror-Saison zu tragen.

Fritz' Vertrag gilt auch für Liga zwei

"Ich bin so weit, dass ich sage: Ich kann nach so einer Saison den Verein nicht verlassen", sagte Fritz. Eigentlich hatte der 35-Jährige im Sommer nach zehn Jahren an der Weser seine Karriere beenden wollen. Der neue Vertrag soll für die 1. und 2. Liga gelten. "Grundsätzlich bin ich felsenfest davon überzeugt, dass wir in der ersten Liga bleiben", sagte Fritz, "wenn wir aber mit diesem Team nicht drin bleiben, werde ich die Konsequenzen mittragen."

In der Stadt und im Klub sorgte die Entscheidung von Fritz für Euphorie vor dem so wichtigen Spiel gegen Stuttgart. "Personen wie er sind schwer zu finden. Deshalb sind wir sehr glücklich, ihn zu haben", sagte Sportchef Thomas Eichin. Fritz will seine letzte Saison unbedingt in der Eliteliga spielen. Er sei "voller Überzeugung, dass wir es packen. Wir haben alles noch selbst in der Hand", sagte der Kapitän und versprach: "Gegen Stuttgart werden wir körperlich voll da sein. Unsere Stärke ist die Geschlossenheit in der Mannschaft. Wir haben keine Stinkstiefel, aber wir haben Feuer im Training. Alle wissen, dass uns jetzt nur der Zusammenhalt und der Wille weiterhelfen."

Dieser Zusammenhalt soll nun noch einmal in einem kleinen Trainingslager gestärkt werden. Im Gegensatz zu den Stuttgartern, die sich auf Mallorca auf die Drucksituation am Montagabend einschwören, fahren die Bremer nur etwa 40 km nach Verden. Werder will am Samstag zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Bremen trainieren und fährt anschließend in die niedersächsische Provinz, wo am Sonntag um 17.30 Uhr das Abschlusstraining im Stadion am Berliner Ring stattfinden wird. Auch das traditionelle "Anschwitzen" am Spieltag wird die Mannschaft in Verden abhalten, ehe es dann direkt für das Kellerduell ins Weserstadion geht. "Ich bin fest überzeugt, dass wir keine Angst haben. Respekt vor dem Gegner ja, Angst nein", sagte Skripnik.

Neben Fritz will Werder auch unbedingt Altmeister Claudio Pizarro halten. Der Vertrag des Peruaners läuft im Sommer aus. "Sein Berater ist da, wir werden mit ihm sprechen", sagte Eichin: "Es ist kein Geheimnis, dass wir Pizarro gerne halten würden." Doch in der 2. Liga würde dies ungleich schwerer als mit Fritz.

(sid)
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