Fußball-Wettskandal: Wettverbot für Mario Basler
VON GIANNI COSTA - zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 08:08Düsseldorf (RP). Der Deutsche Fußball-Bund rügt den Ex-Nationalspieler und aktuellen Trainer von Regionalligist Eintracht Trier, weil der öffentlich verkündet hatte, auf Spiele seiner Mannschaft zu setzen. Der 40-Jährige bestreitet das und distanziert sich von möglichen Manipulationen.
Trier Mittwochs veröffentlicht Mario Basler immer den Expertentipp. Seine Vorhersagen für den vergangenen Spieltag waren indes nicht sonderlich hilfreich für die Wett-Gemeinde auf dem Internetportal "digibet". Der ehemalige Nationalspieler hatte keinen einzigen richtigen Tipp zu einer der neun Bundesligapartien abgegeben. Im eigens für den Anbieter gestalteten Werbespot gibt sich Basler als großer Zocker mit dem eingängigen Slogan: "Ihr könnt ja gegen mich antreten – wenn ihr es besser wisst". Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) findet diese Aufforderung gar nicht so lustig und hat den Trainer des Regionalligisten Eintracht Trier gerügt.
"Wir haben Mario Basler vor zwei Wochen daraufhingewiesen, dass sein Wettverhalten nicht ganz eindeutig statutengemäß ist", sagt DFB-Präsident Theo Zwanziger. "Das zeigt, dass wir sehr wohl ein Auge auf alles haben, auch wenn wir das nicht jedesmal publik machen." Man habe mit dem früheren Profi von Bayern München und Werder Bremen Kontakt aufgenommen, damit es nicht zu "Dingen" komme, die gegen die Statuten des Verbands verstießen. Basler hatte in seiner Funktion als verantwortlicher Trainer von Trier im Vorfeld eines Pokalspiels seines Klubs gesagt, er würde auf seine Mannschaft wetten.
Im Mustervertrag des DFB ist aber ausdrücklich verankert, dass Spieler, Trainer und bestimmte Funktionäre keine Wetten auf Partien des Wettbewerbs abschließen dürfen, an denen die eigene Mannschaft teilnimmt. Der Verband hatte als Reaktion auf den Wett- und Manipulationsskandal um den ehemaligen Schiedsrichter Robert Hoyzer auf dem außerordentlichen Bundestag im April 2005 diesen Passus eingeführt. Basler hatte mit seiner Mannschaft im Pokalwettbewerb sowohl Bundesligist Hannover 96 (1. Runde) als auch Zweitligist Arminia Bielefeld (2. Runde) ausgeschaltet und war dann im Achtelfinale gegen Köln ausgeschieden.
Gestern Nachmittag hat Zwanziger Basler angerufen und ihm den Standpunkt des DFB ausführlich erklärt. Der Trierer Trainer hat das Gespräch "als super schön und einfach total locker" empfunden – von Wettmanipulationen distanziert er sich freilich energisch. "Ich habe noch nie auf oder gegen meine Mannschaft gewettet", sagt der 40-Jährige. "Ich habe auch meine Spieler aufgrund des aktuellen Skandals noch einmal darauf hingewiesen, dass für sie solche Dinge verboten sind." Sein persönliches Engagement für den Anbieter "digibet" verteidigte er dabei. Die so genannte Basler-Wette gebe nur Tipps für Kunden bieten – er selbst würde selbstverständlich keinen Einsatz abgeben.
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