Tschechien enttäuscht in Island: WM-Quali: Niederländer fast chancenlos - 0:1 in Irland
zuletzt aktualisiert: 01.09.2001 - 22:40Berlin (rpo). Ex-Europameister Niederlande steht in der WM-Qualifikation vor dem Aus. Die Oranjes verloren am Samstag das Spitzenspiel der Gruppe 2 in Dublin gegen Irland mit 0:1 (0:0) und liegen als Dritter der Tabelle bereits sieben Punkte hinter dem Spitzenreiter von der "grünen Insel" zurück.
Die Niederlande liegen als Dritter der Tabelle bereits sieben Punkte hinter dem Spitzenreiter von der "grünen Insel" zurück. Vor 40 000 Zuschauern erzielte Jason McAteer (68.) das Siegtor für die Iren, die nach einer Gelb-Roten Karte gegen Gary Kelly ab der 58. Minute mit zehn Spielern auskommen mussten.
Selbst wenn die Niederländer, WM-Vierter von 1998, ihre beiden noch ausstehenden Heimspiele gegen Estland und Andorra gewinnen, können sie den Gruppensieg und damit die Direkt-Qualifikation für die Endrunde in Japan und Südkorea aus eigener Kraft nicht mehr schaffen. Um im Fernduell mit Portugal wenigstens den zweiten Rang und damit die Relegationsrunde zu erreichen, sind die "Oranjes" auf Schützenhilfe angewiesen. Der Tabellen-Zweite Portugal musste am Abend in Andorra antreten.
Eine halbe Stunde lang diktierten die Niederländer vor 40 000 Zuschauern im Stadion an der Lansdowne Road mit sicherem Kombinationsspiel das Geschehen, versäumten es allerdings, aus ihrer Überlegenheit Kapital zu schlagen. Die beste Chance vergab bereits in der 3. Minute Patrick Kluivert, der nach einem irischen Abwehrfehler freie Bahn zum Tor hatte, den Ball aber knapp vorbeischoss. Als die kampfstarken Iren Mitte der ersten Halbzeit aufs Tempo drückten, bekamen sie Oberwasser. Ihre beste Szene hatten die Hausherren nach einem Solo von Rob Keane (41.), dessen Flanke jedoch keinen Abnehmer fand.
Als Schiedsrichter Hellmut Krug dem irischen Abwehrspieler Gary Kelly (58.) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte zeigte, erhöhten die von 3000 "Oranje"-Fans unterstützten Gäste ihren Druck. Vier Minuten später forderten die Niederländer vergeblich den Elfmeterpfiff des Unparteiischen aus Gelsenkirchen, als Keeper Shaun Given Angreifer Ruud van Nistelrooy im Strafraum von den Beinen holte. Nach dem Rückstand warf die Elf von Trainer Louis van Gaal in der Schlussphase alles nach vorne, doch van Nistelrooy und Kluivert (78.) vergaben die besten Chancen, um wenigstens einen Punkt mit nach Hause zu nehmen.
Dagegen ist Polen als erstes europäisches Team nach dem automatisch qualifizierten Titelverteidiger Frankreich und als zehnte Mannschaft insgesamt sicher für das WM-Turnier qualifiziert. Der Frankfurter Pawel Kryzalowicz erzielte beim 3:0 (1:0) gegen Norwegen den Führungstreffer und öffnete dem WM-Dritten von 1974 und 1982 damit das Tor zur ersten WM-Teilnahme nach 1986. In Tomasz Waldoch, Tomasz Hajto (beide Schalke 04) und Tomasz Klos (1. FC Kaiserslautern) kamen drei weitere Bundesliga-"Legionäre" bei dem für Polen "historischen" Spiel zum Einsatz. Platz zwei, der zu Playoff-Spielen gegen den Zweitplatzierten der Gruppe neun und somit möglicherweise gegen die deutsche Elf berechtigt, belegt die Ukraine nach dem 2:0 (1:0) beim direkten Konkurrenten Weißrussland.
Ebenfalls zwei Treffer erzielte Dimitar Berbatow vom Bundesligisten Bayer Leverkusen beim 2:0 (0:0)-Sieg der Bulgaren auf Malta und schoss sein Team damit an die Spitze der Gruppe drei. Der bisherige Tabellenführer Dänemark mit den Bundesliga-"Legionären" Ebbe Sand (Schalke 04) und Stig Töfting (Hamburger SV) kam zu Hause gegen Nordirland nicht über ein 1:1 hinaus.
Tschechien verlor in Island 1:3 (0:1). Vorentscheidend war dabei der Platzverweis gegen den Dortmunder Bundesliga-"Legionär" Jan Koller, der bereits in der 39. Minuten wegen Spuckens die Rote Karte sah. Eyjölfur Sverrisson vom Bundesligisten Hertha BSC Berlin (45./77.) erzielte zwei Treffer für die Isländer. Der Kampf um die WM-Tickets ist zwei Spieltage vor Ende allerdings noch ein Vierkampf. Bulgarien (17 Punkte) führt nun vor Dänemark (16), Tschechien (14) und Island (13).
Belgien hat dagegen trotz eines spielfreien Wochenendes beste Chancen auf die WM-Teilnahme. Die beiden größten Konkurrenten der Belgier, Schottland und Kroatien, trennten sich im Glasgower Hampden-Park 0:0 und verpassten damit mit nun jeweils zwölf Punkten die große Chance, zum Tabellenführer aufzuschließen.
In der Gruppe vier haben Schweden und der Türkei bereits einen der ersten beiden Plätze sicher. Tabellenführer Schweden (20 Punkte) setzte sich in Mazedonien 2:1 (2:0) durch, die Türkei (18) siegte in der Slowakei 1:0 (1:0). Einen großen Schritt machte in Gruppe eins Tabellenführer Russland durch das 1:1 (0:0) bei Verfolger Slowenien. Neuer Zweiter mit fünf Punkten Rückstand ist Jugoslawien nach dem 2:1 (1:1) in der Schweiz. Den Siegtreffer für die Jugoslawen markierte Mladen Krstajic vom Bundesligisten Werder Bremen.
"Deutsche" Treffer gab es auch beim 3:1 (1:0) der Georgier gegen Ungarn in Gruppe acht. Janos Matyus von Energie Cottbus hatte für Ungarn zum 1:1 ausgeglichen (43.), Alexander Iaschwili vom SC Freiburg gelang das 3:1 (64.).
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