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Welches Stadion wird wie finanziert?
WM-Stadien 2006: Kosten und Finanzierungen

Neuss (rpo). Der Schmiergeld-Skandal um den Bau des neuen Münchner Fußball-Stadions wirft Fragen zur Finanzierung der anderen deutschen Fußball-Stätten bei der WM 2006 auf. Hier die Kosten und Finanzierungspläne der einzelnen Stadien.
  • BERLIN

Einwohner: 3,39 Millionen
Stadion: Olympiastadion
Maßnahme: Umbau
Kapazität 2006: 74.500 Sitzplätze
Kosten: 242 Millionen Euro als Festpreis

Finanzierung: 196 Millionen Euro durch den Bund, 46 Millionen Euro durch ein Darlehen der Walter-Bau-AG, Bürgschaft durch das Land Berlin.

  • DORTMUND

Einwohner: 590.000
Stadion: Westfalenstadion
Maßnahme: Eckenausbau/Modernisierungen
Kapazität 2006: 67.000 Sitzplätze
Kosten: 31-36 Millionen Euro

Finanzierung: Komplett abgedeckt durch die Westfalenstadion Dortmund GmbH. Diese GmbH gehört zu 94 Prozent der Commerzbank-Tochter Molsiris GmbH. Die restlichen 6 Prozent gehören der Ausrüsterfirma goool.de, einer 100-Prozent-Tochter der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA. Borussia Dortmund hat im Jahr 2017 die Option, das 94-Prozent-Paket von Molsiris zurückzukaufen.

  • FRANKFURT

Einwohner: 650.000
Stadion: Waldstadion
Maßnahme: Neubau
Kapazität 2006: 48.000 Sitzplätze
Kosten: 126 Millionen Euro

Finanzierung: 64 Millionen Euro durch die Stadt Frankfurt, 20, 5 Millionen Euro durch das Land Hessen, 41,5 Millionen Euro durch Kapital-Darlehen.

  • GELSENKIRCHEN

Einwohner: 278.000
Stadion: Arena AufSchalke
Maßnahme: Neubau
Kapazität 2006: 51.000 Sitzplätze
Kosten: 191 Millionen Euro

Finanzierung: 115 Millionen Euro Kredit durch Bankenkonsortium unter Führung der Hamburgischen Landesbank, 12,8 Millionen Darlehen durch den Generalübernehmer (Niederländische Baufirma HBM), 33,8 Millionen Eigenkapital der Besitzgesellschaft (Schalke 04, Vorstand/Aufsichtsrat des Klubs, Städtereklame und Stadtwerke Gelsenkirchen), 9 Millionen durch Ruhrkohle AG/HBM Werbeleistungen, 12,8 Millionen Eigengesellschaften, 8,5 Millionen Euro Fremdkapital

  • HAMBURG

Einwohner: 1.7 Millionen
Stadion: Stadion Hamburg
Maßnahme: Neubau
Kapazität 2006: 50.000 Sitzplätze
Kosten: 97 Millionen Euro

Finanzierung: 11 Millionen Euro durch die Stadt, 70 Millionen Fremdfinanzierung, 16 Millionen Stadionbesitzgesellschaft (Eigenanteil des Hamburger SV überwiegend aus Gewinnen aus der Champions-League-Saison 2000). Es gab zwei Bietergemeinschaften für den Umbau des alten Volksparkstadions. Den Zuschlag des Senats bekam Anfang 1997 das Unternehmen Deuteron, das einen Festpreis von 159 Millionen Mark garantierte. Deuteron konnte den Preis nicht halten. Für die Mehrkosten musste das Unternehmen seinen ursprüglich 20-prozentigen Besitzanteil am Stadion sowie eine Loge an den HSV abgeben.

  • HANNOVER

Einwohner: 525.000
Stadion: Niedersachsenstadion
Maßnahme: Umbau
Kapazität 2006: 45.000 Sitzplätze
Kosten: 64 Millionen Euro

Finanzierung: Ein Drittel durch Stadt und Region Hannover sowie das Land Niedersachsen, zwei Drittel durch private Investoren. Rechte und Pflichten der Stadionnutzung wurden zum 1. Juli 2002 von Hannover 96 durch die Stadt übernommen.

  • KAISERSLAUTERN

Einwohner: 100.000
Stadion: Fritz-Walter-Stadion
Maßnahme: Erweiterung
Kapazität 2006: 48.500 Sitzplätze
Kosten: 48,3 Millionen Euro

Finanzierung: 21,7 Millionen Euro durch das Land Rheinland-Pfalz, 7,7 Millionen durch die Stadt, 18,9 Millionen durch den 1. FC Kaiserslautern

  • KÖLN

Einwohner: 1 Million
Stadion: Stadion Köln
Maßnahme: Umbau
Kapazität 2006: 45.000 Sitzplätze
Kosten: 110 Millionen Euro

Finanzierung: 25,5 Millionen Euro öffentliche Hand, 84,5 Millionen Fremdkapital, Kostenträger ist die Sportstätten GmbH in Köln, Rückzahlung u.a. über den Zehn-Jahres-Pachtvertrag mit dem 1. FC Köln (6 Millionen pro Jahr, im Falle eines Abstiegs in die zweite Liga 3 Millionen pro Jahr).

  • LEIPZIG

Einwohner: 494.000
Stadion: Zentralstadion
Maßnahme: Neubau (in den Wall des alten Stadions)
Kapazität 2006: ca. 40.500 Sitzplätze (sonst 44.193 Plätze)
Kosten: 90,55 Millionen Euro

Finanzierung: Bund (51,12 Millionen Euro), Stadt (12,078 Millionen) und privater Investor EMKA Immobilienbeteiligungs GmbH (27,338 Millionen)

  • MÜNCHEN

Einwohner: 1,3 Millionen
Stadion: Stadion München
Maßnahme: Neubau
Kapazität 2006: 66.000 Sitzplätze
Kosten: 285 Millionen Euro

Finanzierung: Die Kosten sollten ursprünglich je zur Hälfte von den beiden Bundesliga-Klubs Bayern München und 1860 München getragen werden. Zur Finanzierung des Baus brachte der FC Bayern 75 Millionen Euro als Gesellschafterkredit ein - das Geld stammt aus dem Verkauf von zehn Prozent der Anteile der FC Bayern AG an Adidas. Weitere 150 Millionen Euro an Krediten wollten Banken bereitstellen. Der Betrieb des Stadions soll die Rückzahlung der Kredite gewährleisten. Aus der Vermietung von 104 Logen zum Jahrespreis von 100.000 Euro sowie aus dem Verkauf der Namensrechte an die Allianz (geschätzte 90 Millionen Euro) sollen Zins und Tilgung beigebracht werden.

  • NÜRNBERG

Einwohner: 490.000
Stadion: Frankenstadion
Maßnahme: Umbau
Kapazität 2006: 45.500 Sitzplätze
Kosten: 56 Millionen Euro

Finanzierung: Die Hälfte übernimmt der Freistaat Bayern, ein Viertel die Stadt, ein weiteres Viertel eine Betreibungsgesellschaft, die im kommenden August benannt werden soll.

  • STUTTGART

Einwohner: 590.000
Stadion: Gottlieb-Daimler-Stadion
Maßnahme: Modernisierung
Kapazität 2006: 54.500 Sitzplätze
Kosten: 51,25 Millionen Euro

Finanzierung: An der Finanzierung beteiligt sich das Land Baden-Württemberg mit 24,2 Millionen Euro und ein privater Sponsor mit 4 Millionen Euro. Der Restbetrag wird durch die Stadt gestellt. Der VfB Stuttgart beteiligt sich an den Kosten des zweiten Zuschauerrangs der Gegentribüne.

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