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1:1 gegen Brasilien in der WM-Qualifikation
Remis im "Clasico": Argentiniens historischer Fehlstart ist perfekt

Argentinien legt historischen Fehlstart hin
Argentinien legt historischen Fehlstart hin FOTO: ap
Buenos Aires. Historischer Fehlstart für den Vize-Weltmeister in die WM-Qualifikation: Mit einem 1:1 (1:0) im "Clasico de las Americas" gegen den Erzrivalen Brasilien wartet Argentinien auch nach dem dritten Spieltag der südamerikanischen Eliminatorias auf den ersten Sieg. Den Kampf um die vier direkten Tickets nach Russland verfolgt der Tabellen-Vorletzte derzeit nur aus der Ferne.

"Nach der Sintflut verharrt Argentinien unter dunklen Wolken", titele entsprechend düster die angesehene Tageszeitung "La Nacion" in Anspielung auf die Verlegung der Partie um einen Tag wegen des Sturzregens am Donnerstag. Die Ausbeute mit nur zwei von neun möglichen Punkten ist schlechter als die in der Qualifikation zur WM 1970, als es nach zwei Auftakt-Niederlagen immerhin einen Sieg gab. Damals verpassten die Gauchos zum letzten Mal eine  WM.

Und nun steht am kommenden Dienstag auch noch das hitzige Auswärtsspiel beim WM-Viertelfinalisten Kolumbien an, der am Donnerstag Copa-America-Champion Chile beim 1:1 in Santiago die ersten Punktverluste zufügte. "Jetzt heißt es in Barranquilla schwitzen", schrieb die Sportzeitung "Ole" angesichts des frühen Anstoßes in der tropisch-schwülen Karibikstadt um 15.30 Uhr Ortszeit.

Bayerns Costa trifft die Latte, Lima staubt ab

Dass die Argentinier nach einer überragenden ersten Hälfte und der Führung durch Ezequiel Lavezzi (34.) die Partie vor 50.000 Zuschauern, die im Monumental-Stadion von Buenos Aires vor Anpfiff mit einer Schweigeminuten der Terror-Opfer von Paris gedachten, noch aus der Hand gaben, lag auch an Douglas Costa. Wenige Sekunden nach seiner Einwechslung traf der Shooting-Star des FC Bayern München per Kopf die Latte, den Abpraller verwertete Lucas Lima (58.) zum Ausgleich.

Und während bei Brasilien, mit vier Punkten Tabellenvierter, der Wolfsburger Luiz Gustavo ebenso wie Superstar Neymar bei seinem Comeback nach Ablauf seiner Sperre unauffällig wirkte, sorgte David Luiz mit seiner Hinausstellung per Ampelkarte (89.) für den Tiefpunkt im über weite Strecken glanzlosen Derby.

Schweigeminute für Opfer der Paris-Attentate

Nach der Partie hatte der Verteidiger von Paris St. Germain aber andere Sorgen und rief umgehend seine Freundin in der französischen Hauptstadt an. "Die Schweigeminute habe ich zunächst gar nicht richtig verstanden. Jetzt weiß ich aber nicht, ob ich zurückfliege oder beim Team bleibe", sagte er.

Obwohl Argentinien, das auf seinen verletzten Star-Sturm Lionel Messi, Sergio Agüero und Carlos Tevez verzichten musste, erstmals nach 341 Minuten wieder ein Tor erzielte, zog zum Abschluss des Spieltag auch noch Peru dank eines 1:0 (1:0) gegen Paraguay vorbei. Der zweimalige Weltmeister liegt nun sieben Zähler hinter Spitzenreiter Ecuador, dem einzigen Team mit drei Siegen.

Mit dem Bundesliga-Trio Carlos Zambrano (Frankfurt), Carlos Ascues (Wolfsburg) und Claudio Pizarro (Bremen) in der Startelf brachte der Ex-Schalker Jefferson Farfan das zuvor punktlose Peru in Lima mit seinem Treffer in der 19. Minute auf die Siegerstraße. Bei Paraguay konnte auch der Augsburger Raul Bobadilla nach seiner Einwechslung in der 58. Minute nicht mehr für die Wende sorgen.

(sid)
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