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WM-Qualifikation in Südamerika
"Beißer" Suárez feiert nach zwei Jahren Comeback für Uruguay

Fotos: Chiellini im Spiel gegen Uruguay attackiert
Fotos: Chiellini im Spiel gegen Uruguay attackiert FOTO: ap
Buenos Aires. Luis Suárez ist nach fast zwei Jahren zurück und verbreitet im Trikot der uruguayischen Nationalmannschaft schon wieder Angst und Schrecken. Der beim FC Barcelona seit Wochen zusammen mit Argentinien-Rückkehrer Lionel Messi bestens aufgelegte Mittelstürmer hat seine Beißattacken-Sperre verbüßt und soll gegen Rekordweltmeister Brasilien sein Comeback geben.

"Ich habe keinen Druck", sagte Suárez bei einem Pressetermin in Montevideo. Alles, was seit der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien passiert sei, habe ihm erlaubt, Druck abzubauen. "Das ist ein tolles Gefühl." Mit Trainer Oscar Tabárez habe er über seine emotionale Rückkehr ausführlich gesprochen. "Von Mensch zu Mensch."

Für neun Länderspiele wurde Suárez für seinen Ausraster bei der WM in Brasilien, als er den italienischen Verteidiger Giorgio Chiellini biss, gesperrt. Im Kampf um die Qualifikation für die WM 2018 in Russland darf er nun mitwirken.

"Es ist ein Vorteil, ihn wieder dabeizuhaben", sagte Auswahl-Kollege Álvaro Pereira. "Aber wir können uns nicht allein auf ihn verlassen und ihn die ganze Verantwortung tragen lassen." Uruguay sei ein vereintes Team, das von niemandem abhängig sei, sagte Suárez. "Jeder in der Mannschaft würde sein Leben für das Trikot geben."

Brasilien warnt vor Suárez

"Suárez ist nicht zu stoppen. Er ist ein ausgezeichneter Angreifer, ein ausgezeichneter Spieler", sagte der brasilianische Verteidiger Gil. Auch sein Teamkollege Filipe Luis rät, Suárez nicht aus den Augen zu lassen: "Er ist in der Lage, ein Spiel aus dem Gleichgewicht zu bringen. Wir dürfen ihm keinen Raum geben."

Nach vier Spieltagen sind die Uruguayer vor dem Duell in der Nacht auf Freitag den Brasilianern zwei Punkte und einen Rang voraus. An der Spitze rangiert Ecuador mit vier Siegen (12 Punkte), Uruguay kommt auf neun Punkte, Brasilien wie Paraguay und Chile auf sieben.
Vizeweltmeister Argentinien ist lediglich Sechster mit der mageren Ausbeute von fünf Zählern.

Nun aber kehrt Messi zurück. Ausgerechnet gegen Chile, gegen das die Himmelblauen im vergangenen Jahr das Finale der Copa América verloren hatten. "Eine Revanche ist das nicht, aber wir erwarten ein hartes Spiel", sagte Messi kürzlich bei einem PR-Termin in Barcelona. "Die drei Punkte sind wichtig für die Qualifikation."

Auf Messi lasten enorme Erwartungen in der Nationalmannschaft. "Wir haben den besten Spieler der Mannschaft zurück, den Kapitän", sagte Verteidiger Pablo Zabaleta nach der Ankunft des 28-Jährigen in Argentinien Anfang der Woche. "Leo ist immer ein Schlüsselspieler, und für die Mannschaft ist es ein Plus, ihn dabeizuhaben."

Wegen Knieproblemen war Messi bei den ersten vier Qualifikationsspielen nicht dabei. Jetzt ist er zwar zurück, aber die Argentinier plagt nun neues Verletzungspech: Enzo Pérez, Javier Pastore, Nicolás Gaitán und Paulo Dybala sind nicht fit.

Neben der gespannten Personalsituation bereitet der "Albiceleste" auch der Rasen im Stadion in Córdoba Sorgen, wo die Argentinier in der kommenden Woche Bolivien empfangen. Nachdem dort zuletzt die Heavy-Metal-Band Iron Maiden vor tausenden Fans spielte, ist der Belag in einem bedauernswerten Zustand. "Man muss ja denken, wir würden in der Regionalliga spielen", beschwerte sich der Stürmer Sergio Agüero.

(dpa)
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