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Russland reagiert auf Dopingverdacht
"Im Fußball wird es nie Doping geben"

Doping: Russlands WM-Kader von 2014 steht unter Verdacht
Die russische Nationalmannschaft bei der WM 2014 in Brasilien. FOTO: dpa, Shamukov Ruslan
Die russische Fußball-Nationalmannschaft steht ein Jahr vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land angeblich unter Doping-Verdacht. Der Weltverband Fifa hat Ermittlungen aufgenommen. Russland dementiert vehement.

Das berichtete die britische "Mail on Sunday". Demnach versuchen die Ermittler in Erfahrung zu bringen, ob auch das Fußball-Team von dem institutionellen Dopingsystem in Russland betroffen war.

Die Fifa bestätigte am Sonntagnachmittag Ermittlungen gegen Fußballer aus Russland. Dabei ließ der Weltverband auf Anfrage allerdings offen, ob es sich um Spieler des russischen WM-Kaders von 2014 handelt. Den aktuellen Stand der Untersuchungen in Zusammenarbeit mit der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA auf Grundlage des McLaren-Berichts könne die Fifa nicht kommentieren, hieß es.

Neben den 23 Spielern aus dem russischen WM-Kader von 2014 sollen aber elf weitere Fußballer auf einer Liste von insgesamt 1000 Personen stehen, die mit Doping in Verbindung gebracht werden. Bislang waren Russlands Fußballer von konkreten Doping-Vorwürfen verschont geblieben.

"Im Fußball gab es nie Doping"

Der russische Sportfunktionär Witali Mutko wies Berichte über Doping-Vorwürfe gegen die Nationalmannschaft entschieden zurück. "Im Fußball gab es nie Doping und wird es nie Doping geben", sagte Mutko am Sonntag der Agentur Tass in Moskau. Die russische Sbornaja werde laufend überprüft, im Fußball sei Doping nie ein Thema gewesen.

"Achten Sie nicht darauf, sie (die britischen Medien) schreiben seit 2010 negativ über uns", kommentierte Mutko, Chef des Fußballverbandes und früherer Sportminister, sichtlich verärgert. "Sie schreiben irgendwelchen Blödsinn."

Sechs Spieler im Confed-Cup-Kader

In Maksim Kanunnikow, Denis Gluschakow, Igor Akinfejew, Alexander Samedow, Dimitri Kombarow und Juri Schirkow standen sechs Spieler aus dem WM-Team von Brasilien auch im Kader für den Confed Cup in Russland, wo der Gastgeber am Samstag nach einem 1:2 (1:1) gegen Mexiko im letzten Vorrundenspiel als Gruppendritter ausgeschieden war.

Der "Daily Mail" liegen angeblich auch E-Mails des ehemaligen Leiter des Moskauer Anti-Doping-Labors Grigori Rodschenkow vor. Darin soll das von der Regierung angeordnete Vertuschen von positiven Befunden offen zur Sprache kommen.

Nach Aufdeckung des Doping-Skandals waren zahlreiche russische Athleten für die Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro gesperrt worden. Bei den Paralympics wurde Russland komplett ausgeschlossen.

(sid)
 
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