| 15.46 Uhr

WM-Qualifikation in Südamerika
Wiedersehen zwischen Po-Grabscher Jara und Cavani

Copa: Chilene Jara spielt Uruguays Cavani am Gesäß herum
Copa: Chilene Jara spielt Uruguays Cavani am Gesäß herum FOTO: Screenshot Twitter
Barranquila. Zwei Punkte von neun möglichen, ein einziges Tor in drei Spielen, Platz neun unter zehn Teams: Nach dem historischen Fehlstart in eine WM-Qualifikation schwant Argentinien auch beim Gastspiel am Dienstag (21.30 Uhr MEZ) in Kolumbien Böses. Ohne drei Starstürmer, mit einem Ruhetag weniger und im tropisch-schwülen Glutofen Barranquilla klammert sich der Vize-Weltmeister an die jüngste Erfolgsgeschichte.

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren hatte Argentinien an gleicher Stätte mit einem 2:1 nach einem ähnlich schwachen Auftakt der südamerikanischen Eliminatorias die Wende zum Guten geschafft und am Ende als Erster sein WM-Ticket gelöst. Damals trafen Lionel Messi und Sergio Agüero. Doch das Duo fehlt diesmal, ebenso der stets torgefährliche Carlos Tevez sowie vier weitere verletzte oder gesperrte Stammspieler.

"Wir müssen nicht auf die Tabelle schauen, um zu wissen, dass wir in der Pflicht stehen zu siegen", äußerte Nationaltrainer Gerardo Martino, über dessen Personalie Fans und Medien bereits spekulieren. Aber der 52-Jährige, der sein Team nach dem 1:1 am Freitag im Clasico gegen Brasilien lobte, beteuert beharrlich: "Eine Tabellenposition ändert nicht unsere Vision."

Beim Anstoß um 15.30 Uhr Ortszeit werden im Estadio Metropolitano gefühlte 35 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit erwartet. Auf der gegenüberliegenden Ostseite des Kontinents bedarf es dagegen nicht einmal des Extremwetters, um das Latino-Fußballblut zum Kochen zu bringen. Bei Uruguay gegen Chile in Montevideo ist noch aus dem skandalösen Duell bei der Copa America eine Rechnung offen.

Erstes Wiedersehen nach Po-Grabscher

Am 24. Juni hatte Gastgeber Chile den Titelverteidiger mit einem 1:0 im Viertelfinale entthront. Überschattet wurde die Partie von einem Po-Grapscher des Mainzer Gonzalo Jara gegen "Celeste"-Stürmer Edinson Cavani, der sich mit einer Backpfeife revanchierte und vom Platz flog. In der aufgeheizten Atmosphäre verlor am Ende noch Jorge Fucile bei einem überharten Foul den Kopf, und die Partie endete in einem wilden Handgemenge.

Nach außen sind alle Beteiligten bemüht, die aufgeheizte Stimmung abzukühlen. "Thema abgehakt", versicherte Jara, dem dennoch ein Spießrutenlauf droht. "Schnee von gestern", beteuerte Cavani. Unterschwellig brodelt es aber. "Wir fahren nicht dorthin, um zu zanken und falsche Aussagen wie sie zu machen", betonte der Hamburger Marcelo Diaz und klagte, dass in Uruguay eine Lügen-Kampagne gegen La Roja geführt werde.

Im Kampf um die vier Direkttickets zur WM-Endrunde 2018 in Russland ist das Duell der drittplatzierten Urus (6 Punkte) gegen den Zweiten aus Chile (7) eh schon brisant genug. Und während Spitzenreiter Ecuador (9) beim punktlosen Schlusslicht Venezuela als einziges Team seine weiße Weste wahren kann, wollen Brasilien (4) auf Platz vier gegen Peru (3) und Paraguay (4) als Fünfter gegen Bolivien (3) daheim ihre Ausgangsposition verbessern.

Dazu machte Selecao-Coach Dunga eine einfache Rechnung auf. "Man muss sich nur die letzten Eliminatorias ansehen. Zu Hause musst du gewinnen, verlorene Punkte dann auswärts mit dem einen oder anderen Sieg zurückholen", sinnierte der 52-Jährige, der auf Innenverteidiger David Luiz nach dessen Gelb-Roter Karte gegen Argentinien verzichten muss.

Gegen Peru, das mit dem Bundesliga-Trio Carlos Zambrano (Frankfurt), Carlos Ascues (Wolfsburg) und Claudio Pizarro (Bremen) nach Salvador anreist, hofft Dunga auch auf einen besser inspirierten Neymar. "Er hat mannschaftsdienlich gespielt", sagte er zur Rechtfertigung eines glanzlosen Comebacks des beim FC Barcelona derzeit überragenden Stürmerstars gegen die Argentinier.

Weil Neymar nach Ablauf seiner Copa-America-Sperre mit seinen üblichen Tricks keinen Erfolg hatte, bekam er und die Abteilung Attacke der Selecao, für die auch der Münchner Douglas Costa stürmt, unterschwellig Kritik von Luiz Gustavo. "Wir könnten einfacher spielen und so die Angriffe schneller umsetzen", sagte der Wolfsburger.

Das Klima am vierten Eliminatorias-Spieltag ist aufgeheizt.

(sid)
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