| 18.50 Uhr

Italiener wütet auf der Bank
De Rossi will nicht eingewechselt werden

Italiener wütet auf der Bank: Daniele De Rossi will nicht eingewechselt werden
Leonardo Bonucci, Gianluigi Buffon und Daniele De Rossi (von links). FOTO: rtr, saw
Italien hat die Qualifikation zur WM 2018 verpasst. Dabei hätte im Rückspiel schon ein Tor gereicht, um wenigstens die Verlängerung zu erreichen. Neben dem Aus sorgte eine Szene mit Daniele De Rossi für reichlich Diskussionsstoff.

Trainer Gian Piero Ventura will für die letzten Minuten nochmal frischen Wind reinbringen und De Rossi einwechseln. Als dieser in der zweiten Halbzeit von einem Betreuer gebeten wird, sich beim Stand von 0:0 aufzuwärmen, ist er offensichtlich nicht einverstanden. Der Mittelfeldspieler kann die Entscheidung des Trainers überhaupt nicht nachvollziehen. Schließlich braucht Italien dringend ein Tor - und der Mittelfeldspieler vom AS Rom weiß offenbar selbst, dass er nicht gerade für seine Torgefährlichkeit bekannt ist. 

"Wir brauchen kein Unentschieden"

Während er den Co-Trainer anschreit, deutet De Rossi immer wieder auf Lorenzo Insigne, einen Angreifer vom SSC Neapel. "Warum zur Hölle soll ich mich aufwärmen? Wir brauchen kein Unentschieden, wir müssen gewinnen", soll De Rossi italienischen Medienberichten zufolge den Assistenten angefahren haben.

Nach einigem hin und her gab De Rossi dann zwar sichtlich genervt nach und wärmte sich mit seinen Kollegen auf. Zum Einsatz kommt aber weder er, noch Stürmer Insigne. Stattdessen wechselte Ventura die Angreifer Stephan El Shaarawy (AS Rom), Andrea Belotti (FC Turin) und Federico Bernardeschi (Juventus Turin) ein. Doch auch mit dem Trio wollte dem viermaligen Weltmeister kein Tor gelingen. Weil die Italiener in zwei Spielen gegen Schweden das Tor nicht treffen, fahren sie seit 1958 zum ersten Mal nicht zu einer Weltmeisterschaft.

Nach dem Spiel erklärt De Rossi seinen Ausraster. "Ich sagte nur, dass das Spiel nicht mehr lange dauern wird und er die Stürmer zum Aufwärmen schicken soll. Ich kann natürlich keine taktischen Entscheidungen treffen, es tut mir leid, falls ich jemanden beleidigt habe. Ich dachte einfach, dass es besser gewesen wäre, wenn Insigne reingekommen wäre", so der Mittelfeldspieler des AS Rom und fügte an: "Wir werden wieder aufstehen, so wie wir das nach ähnlich deprimierenden Momenten schon gemacht haben. Schweden verdient aber auch Anerkennung für diese Leistung, es war verdient."

Wie Gianluigi Buffon, Andrea Barzagli und Giorgio Chiellini erklärte auch De Rossi nach dem WM-Aus seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. 

Rufe nach Ancelotti als Nationaltrainer werden lauter

Auch die Tage von Ventura scheinen gezählt, denn nach der verpassten WM-Qualifikation kündigte der italienische Fußballverband (FIGC) für Mittwoch Konsequenzen an. Italienische Medien gehen fest davon aus, dass Ventura nicht mehr zu halten ist. Der 69-Jährige hat zwar einen Vertrag bis 2020, der Verband soll im Kontrakt aber eine Ausstiegsklausel für den Fall der verpassten WM-Teilnahme verankert haben. 

Als Nachfolger von Ventura, der nach der EM 2016 den Posten von Antonio Conte (jetzt FC Chelsea) übernommen hatte, wird bereits der Ende September beim FC Bayern entlassene Carlo Ancelotti gehandelt. "Die Wahl eines Nationalcoachs ist immer schwierig, weil immer jemand unzufrieden ist. Doch der Name Ancelotti könnte auf viel Zustimmung stoßen", sagte der ehemalige Vize-Verbandspräsident Demetrio Albertini. 

(old)
 
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