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Nächste Pleite für Klinsmann und die USA
"Es ist Zeit zu gehen"

Costa Rica führt Klinsmanns US-Team vor
Costa Rica führt Klinsmanns US-Team vor FOTO: rtr, TB/HH
San José. Die Luft für Jürgen Klinsmann als US-Nationaltrainer wird nach dem 0:4 in Costa Rica dünn. Zuletzt hatte seine Mannschaft schon gegen den Erzrivalen Mexiko verloren.

Die "Sports Illustrated" kannte keine Gnade mit dem neuen deutschen Ehrenspielführer. "Für Jürgen Klinsmann ist es Zeit zu gehen", titelte das Sportmagazin nach der historischen Pleite der US-Fußballer in Costa Rica. Das 0:4 (0:1) in der WM-Qualifikation könnte tatsächlich das Aus für den Nationaltrainer bedeuten. Auf ein Treuebekenntnis vom Verbandsboss wartete der Schwabe jedenfalls vergebens.

Was Sunil Gulati von sich gab, klang eher nach Abschied. "Wir werden darüber nachdenken, was passiert ist und mit Jürgen über die Situation sprechen", sagte der Präsident von US Soccer: "Ganz offensichtlich war es kein guter Start in die Qualifikation. Und wenn man die ersten beiden Spiele verliert, macht man sich natürlich auch Sorgen."

Die Sorgen Gulatis um die Teilnahme an der Endrunde 2018 in Russland sind begründet. Schließlich haben die US-Boys, die am Freitag bereits gegen Mexiko unterlagen (1:2), noch nie die ersten beiden Partien einer WM-Qualifikation verloren. "Diesmal kann sich Klinsmann nicht rausreden", schrieb die Zeitung USA Today: "Es könnte ihn seinen Job kosten."

Der 52-Jährige, der vor knapp zwei Wochen bei seiner Ernennung zum fünften deutschen Ehrenspielführer sogar von Bundeskanzlerin Angela Merkel gefeiert wurde, scheint selbst das Schlimmste zu befürchten. "Das ist sicher die Niederlage, die mich in meinen fünf Jahren im Amt am meisten schmerzt", äußerte der geknickt wirkende Ex-Bundestrainer.

"Das ist ein bitterer Moment"

Beim Welt- und Europameister (1990 und 1996), der in seiner Wahlheimat schon lange in der Kritik steht, war bereits ein Anflug von Resignation zu erkennen. "Das ist ein bitterer Moment für uns. Wir hätten nicht erwartet, mit zwei Niederlagen zu starten", sagte Klinsmann: "Wir wussten, dass die Spiele hart werden. Aber wir wollten dennoch Punkte holen."

Retten kann den Deutschen wohl nur noch der Spielplan und der Modus. Mexiko (WM-Achtelfinalist) und Costa Rica (WM-Viertelfinalist) waren auf dem Papier die schwersten Gegner für die US-Amerikaner, die seit 1990 bei jeder Endrunde dabei waren. Zudem qualifizieren sich die ersten Drei der Sechser-Gruppe direkt für Russland.

Allerdings spricht der desaströse Auftritt in San José nicht dafür, dass Klinsmann am 24. März gegen Honduras auf der Bank sitzen wird. Dabei hatte der Coach auf geballte Bundesliga-Erfahrung gesetzt. John Brooks (Hertha BSC), Bobby Wood (Hamburger SV), Timothy Chandler (Eintracht Frankfurt) und Fabian Johnson (Borussia Mönchengladbach) spielten durch. Christian Pulisic (Borussia Dortmund) wurde in der 69. Minute ausgewechselt.

Die schwache Vorstellung ließ bereits Spekulationen aufkommen, wonach die Mannschaft gegen den Trainer gespielt haben könnte. Vor allem die Leistung von Brooks, der von Soccer America aufgrund seiner Fehler bei zwei Gegentoren die Note 6 bekam, war unterirdisch.

Auch Klinsmann sparte nicht mit Kritik an seinen Schützlingen - von eigenen Fehlern wollte er eher nichts wissen. "Das System spielt keine Rolle", äußerte der Coach: "Es geht um die Kompaktheit und den Willen, sich zurückzukämpfen. Nach dem zweiten Gegentor war kein Aufbäumen zu sehen."

(seeg/sid)
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