| 13.04 Uhr

WM-Qualifikation
Der Europameister wird vorgeführt

Schweiz schlägt Europameister Portugal 2:0
Schweiz schlägt Europameister Portugal 2:0 FOTO: afp, fc
Basel. Portugal verlor ohne Superstar Ronaldo, Frankreich und die Niederlande kamen nur zu Unentschieden: Drei große Fußball-Nationen haben bei ihrem Auftakt der WM-Qualifikation gepatzt.

Superstar Cristiano Ronaldo fieberte im fernen Madrid tapfer mit – aber ohne seinen verletzten Kapitän ist der Europameister schlichtweg nur die Hälfte wert. "Sie haben uns leider total dominiert", resümierte Portugals Trainer Fernando Santos nach dem 0:2 (0:2) zum Auftakt der WM-Qualifikation in der Schweiz: "Und nach dem ersten Treffer haben sie auch noch unsere Taktik angewandt und perfekt verteidigt."

In Gruppe B wurden die Portugiesen also mit den eigenen Waffen geschlagen, auf dem Weg zur Endrunde 2018 in Russland war Portugals überraschende Niederlage am ersten Spieltag aber nicht der einzige Ausrutscher. Auch Vize-Europameister Frankreich stolperte und kam gegen Weißrussland nur zu einem tristen 0:0, die ohnehin seit geraumer Zeit kriselnden Niederländer mussten sich in Schweden mit einem 1:1 (0:1) begnügen.

"Wir müssen noch viele, sehr viele Dinge verbessern", sagte Santos zwar nur über den Auftritt seines eigenen Teams. Die Einschätzung des 61-Jährigen hätte aber auch von dem französischen Kollegen Didier Deschamps (Frankreich) oder Bondscoach Danny Blind stammen können. "Das Ziel ist es nun, zu gewinnen, zu gewinnen und nochmal zu gewinnen."

Neunmal sollten die Portugiesen das noch tun, um als Gruppensieger sicher das Ticket nach Russland zu lösen und die Play-offs zu vermeiden. "Ich bin mir trotz des Fehlstarts sicher, dass wir dabei sein werden", sagte Santos – wahrscheinlich auch, weil in Zukunft wieder Ronaldo mitwirken kann.

Portugal ohne Ronaldo viel zu harmlos

Europas Fußballer des Jahres fehlte am Dienstag in Basel, weil er nach der im EM-Finale erlittenen Knieverletzung noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. "Viel Glück, Jungs. Ich bin gedanklich bei Euch", schrieb er vor dem Spiel noch auf Facebook. Unter den Augen von Fifa-Präsident Gianni Infantino hätte Ronaldos Klasse den Portugiesen gutgetan, viel zu harmlos und uninspiriert agierte der Favorit ohne seinen Anführer.

"Wir waren langsam und haben viel zu viele Fehler gemacht. Das Wichtigste ist nun, wieder aufzustehen", sagte Abwehrspieler José Fonte. Nach den Treffern des Schalkers Breel Embolo (24.) und Leverkusens Admir Mehmedi (30.) gelang dies jedoch nicht – im Gegensatz zu den Niederländern, die nach dem Rückstand immerhin noch einen Zähler retteten.

"Im Irrgarten der Krise schlug Oranje einen dunklen Weg ein, aber kurz vor dem Betreten eines möglich fatalen Seitenpfades gab es einen Hoffnungsschimmer", titelte die Zeitung De Volkskrant. Gegen "ein armeseliges Schweden" (AD) ließ vor allem die Chancenverwertung zu wünschen übrig, zu allem Überfluss erkannte Schiedsrichter Daniele Orsato (Italien) den Gästen noch den möglichen Siegtreffer ab.

"Der Schiedsrichter hat einen unglaublichen Fehler gemacht", monierte Blind, der angesichts zahlreicher guter Einschussmöglichkeiten feststellte: "Wir hätten 3:1 oder 4:1 gewinnen können."

Drei Punkte wären in der Tat doppelt wertvoll gewesen, weil in Gruppe A der klare Quali-Favorit Frankreich patzte. "Wir hätten es zu jeder Zeit besser machen können. Im ersten Durchgang fehlte uns die Technik, im zweiten dann die Effektivität. Aber das ist eben Fußball", sagte Deschamps.

(seeg/sid)
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