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"Schändlicher Auftritt"
Italienische Presse schimpft über die Azzurri

Fotos: Das ist Gianluigi Buffon
Fotos: Das ist Gianluigi Buffon FOTO: AFP
Rom. Italien bangt um das WM-Ticket. Der viermalige WM-Champion muss auf jeden Fall den Umweg über die Play-offs nehmen. Die italienische Presse geht auf die Barrikaden.

Die Torwart-Ikone ist besorgt, der Nationaltrainer alarmiert, und die Presse bereits in Panik: Nach dem mageren 1:1 (1:0) gegen Mazedonien muss die italienische Nationalmannschaft auf dem Weg zur WM 2018 in Russland den Umweg über die Play-offs nehmen. Und selbst die sind vor dem Spiel am Montag (20.45 Uhr) gegen Albanien noch nicht endgültig sicher.

"Die Azzurri versinken im totalen Chaos", schrieb die "Gazzetta dello Sport". Zuletzt hatten die Italiener vor 20 Jahren auf dem Weg zur WM in Frankreich die direkte Qualifikation verpasst. Beim viermaligen WM-Champion herrscht Alarmstimmung.

"Wir dachten, auf einem höheren Niveau zu sein", sagte Keeper Gianluigi Buffon konsterniert. Die 0:3-Niederlage bei den mittlerweile qualifizierten Spaniern Anfang September habe die Sicherheit geraubt, daher forderte Buffon nach seinem 172. Länderspiel: "Jetzt müssen wir uns mit Stolz aus dieser Lage aufraffen. Wir brauchen eine psychologische Wende."

"So geht es einfach nicht"

Die italienischen Medien gingen auf die Barrikaden. "Genug Ventura", titelte "Tuttosport" in Richtung Coach Gian Piero Ventura. "La Stampa" schrieb von einem schändlichen Auftritt gegen ein Team von Mazedonien, das als 103. in der Weltrangliste noch hinter Trinidad und Tobago (99.) und Luxemburg (101.) platziert ist.

"Jetzt braucht man ein anderes Italien. Die Leistung sind deutlich unter den Erwartungen. Die Nationalmannschaft hat einen großen Schritt zurück gemacht. So geht es einfach nicht", kommentierte der "Corriere dello Sport". Zwar müsste schon einiges schieflaufen, damit Italien die Play-offs verpasst, doch in den Spielen am 9. und 14. November muss sich der viermalige Weltmeister deutlich steigern.

"Die Spieler sind im Vergleich zu ihren Auftritt im Verein nicht wiederzuerkennen", betonte die Gazzetta. Trainer Ventura, dem es bislang nicht gelang, die Azzurri wieder auf Vordermann zu bringen, steht zunehmend unter Druck. Er weiß, dass er mit seiner Mannschaft nun liefern muss: "Das ist die negativste Phase, seitdem ich dieses Amt übernommen habe."

Nach der EM 2016 hatte Ventura Antonio Conte abgelöst und mit der Squadra Azzurra in der Qualifikation Spanien lange Gegenwehr geboten. Die Aufbruchstimmung auf dem Apennin ist aber längst verpufft.

(sid)
 
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