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WM-Qualifikation
Malaysias 0:10-Klatsche wird zur Staatsaffäre

WM-Qualifikation: Malaysias 0:10-Klatsche wird zur Staatsaffäre
Die Vereinigten Arabischen Emirate gewannen in der WM-Qualifikation gegen Malaysia 10:0. FOTO: afp, FC/SH
In Malaysia hat sich die 0:10-Klatsche der Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) zur Staatsaffäre ausgeweitet und weitere personelle Konsequenzen gefordert.

Verbandschef Tengku Abdullah Ahmad Shah kündigte vier Tage nach dem Desaster von Abu Dhabi und 48 Stunden nach der Demission von Nationaltrainer Dollah Salleh einen Rücktritt auf Raten an.

Zuvor hatte Sportminister Khairy Jamaluddin scharfe Sanktionen der Regierung bis zur Auflösung des nationalen Verbandes FAM angedroht, sollten beim FAM keine Veränderungen stattfinden. "Ich werde zurücktreten, aber nur in kleineren Schritten, weil ich noch viele Angelegenheiten im FAM abschließen muss", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Bernama den angeschlagenen Verbandschef. Detaillierte Angaben zu Tengkus Plänen waren bis Montagmittag nicht bekannt.

Tengkus Abschied dürfte zumindest grundsätzlich in Khairys Sinne sein. Außer der Verbandsauflösung hatte das Regierungsmitglied auch eine Aussetzung der Meisterschaft ins Auge gefasst, falls der Verband auf Führungsebene keine angemessenen Konsequenzen aus dem "Albtraum" ziehen würde.

"Ich bin bereit, drastische Maßnahmen zu ziehen, wenn die FAM wieder nur ihre früheren Rechtfertigungen recycelt", zitierte die Zeitung New Straits Times am Montag den Minister: "Die Funktionäre müssen sich nach dieser beschämenden Niederlage fragen, ob sie noch die richtigen Personen im Amt sind, nachdem sie lange genug Zeit hatten und keine Ergebnisse geliefert haben."

Malaysia wartet in der Asien-Ausscheidung für die WM-Endrunde 2018 in Russland vor seinem vierten Zweitrunden-Spiel am Dienstag gegen Saudi-Arabien noch auf den ersten Sieg. Vor der demütigenden Pleite in den VAE hatte die Malayen schon eine nicht minder blamable 0:6-Heimpleite gegen Palästina hinnehmen müssen, nachdem die Elf mit einem enttäuschenden 1:1 gegen Ost-Timor in die Gruppenspiele gestartet war.

Malaysias bisheriger Nationaltrainer Dollah hatte bereits am vergangenen Samstag die persönliche Verantwortung für das Debakel übernommen und war über ein Jahr vor Ablauf seines Vertrages zurückgetreten.

"Wer kann schon eine 0:10-Niederlage akzeptieren? Es war historisch die schlimmste Niederlage unserer Nationalmannschaft, und deswegen höre ich auf", begründete der einstige Topspieler seines Landes seine Demission.

(sid)
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