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Zukunft von Bundestrainer Löw
Beckenbauer fordert Lösung vor WM

Löws Streit mit dem DFB: Reaktionen
Löws Streit mit dem DFB: Reaktionen FOTO: AP
München (RPO). Franz Beckenbauer hat im Streit um die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw noch vor der Weltmeisterschaft in Südafrika eine Lösung gefordert. "Solche Nebenkriegsschauplätze stören bei einer WM. Es wäre gut, wenn das vorher gelöst würde", sagte das DFB-Präsidiumsmitglied bei einer Veranstaltung in München und forderte Löw sowie DFB-Präsident Theo Zwanziger auf, ihre "starren Haltungen" aufzugeben.

"Es wäre ideal, wenn vor der WM alles unter Dach und Fach wäre, um sich in Ruhe auf das Ziel vorzubereiten. Ansonsten wird es immer lästige Fragen geben", meinte der "Kaiser". Für Ex-Teamchef Beckenbauer ist Löw nach wie vor die Idealbesetzung im Amt des Bundestrainers: "Das Ziel muss es sein, mit Löw weiterzumachen. Je eher das passiert, umso besser."

Löw hatte zuletzt jedoch immer wieder betont, dass es vor der WM definitiv keine Gespräche mehr geben werde. Wie es nach dem Turnier in Südafrika weitergeht, ließ der Bundestrainer ebenfalls offen.

Laut Zwanziger sei beim DFB aber "die Bereitschaft vorhanden, mit Löw auch über das Turnier hinaus weiterzumachen. Weil ich der festen Überzeugung bin, dass er für diese Mannschaft der richtige Trainer ist." DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach deutete Gesprächsbereitschaft an, falls Löw vor der WM doch noch einmal auf den DFB zukommen sollte: "Es gibt kein Tabu-Thema."

Zu den weiteren Themen, die den Deutschen Fußball-Bund (DFB) derzeit belasten, wie etwa dem "Fall Amerell", wollte sich Beckenbauer indes nicht äußern. "Das geht auch vorbei", sagte er nur lapidar.

In Bezug auf die WM in Südafrika hat Beckenbauer, Mitglied der FIFA-Exekutive, ein "gutes Gefühl". Er gehe davon aus, "dass es eine sehr gute WM wird, auch wenn die Sicherheit immer ein Thema sein wird". Er würde den Afrikanern die Daumen drücken, "dass diese WM für einen durch viele Bürgerkriege geschundenen Erdteil der 'turning point' für bessere Zeiten wird", sagte Beckenbauer 100 Tage vor dem Turnierstart am 11. Juni.

Der deutschen Nationalmannschaft traut der ehemalige Präsident von Bayern München bei der WM eine gute Rolle zu. "Ich glaube schon, dass der vierte Stern möglich ist. Die Spanier sind natürlich stark, und auch Brasilien ist immer ernst zu nehmen. Aber ansonsten ist alles machbar", sagte der "Kaiser" bei der Präsentation einer Initiative des DFB gemeinsam mit DFB-Generalsponsor Mercedes ("Der 4. Stern für Deutschland").

Beim Länderspiel der DFB-Auswahl am Mittwoch (20.45 Uhr/live im ZDF) in München gegen Argentinien freut sich Beckenbauer besonders auf Diego Maradona. "Normalerweise heißt es, dass die Mannschaft der Star ist. Bei den Argentiniern ist der Trainer der Star", meinte der "Kaiser". Maradona nehme "den ganzen Druck von der Mannschaft und nimmt ihr den Glanz weg. Ich bin froh, dass er da ist." Es sei schon erstaunlich, "was dieser kleine Kerl weltweit für ein Interesse erweckt".

Was den Stellenwert der Partie in München angeht, war Beckenbauer offensichtlich etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite sei ein "bisschen Prestige dabei", und es sei eines der wenigen Spiele, "wo man sagen kann: Das ist ein Klassiker". Auf der anderen Seite sprach der 64-Jährige von einem "Geplänkel". Wichtig seien erst die Vorbereitungsspiele vor der WM.

Die Entscheidung von Löw, Rene Adler zur Nummer eins im deutschen Tor zu machen, bezeichnete Beckenbauer derweil als "richtig. Adler hat sich stabilisiert und gegen Russland überragend gehalten".

Zudem zollte der Kaiser DFB-Kapitän Michael Ballack ein Lob. Der 33-Jährige sei angesichts der vielen jungen Mitspieler "umso wichtiger. Er ist unser Bester. Wenn man sich in einer Weltauswahl wie Chelsea durchsetzt, dann ist man schon ein Großer."

(SID/can)
 
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