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Brasilianische Medien spotten
Chaos bei Confed-Cup-Auslosung
Die bisherigen Sieger des Confed-Cups
Die bisherigen Sieger des Confed-Cups FOTO: AP
Sao Paulo. Fehlstart in den Confed Cup 2013. Die Gruppenauslosung in Sao Paulo nahm einen chaotischen Verlauf.

Ein Sternekoch, der "die falschen Rezepte zusammenmischte", ein Fifa-Generalsekretär, der den Überblick verlor – bei der Confed-Cup-Auslosung herrschte in Sao Paulo Chaos pur. Der renommierte brasilianische Chefkoch Alex Atala machte am Samstag beim Griff in die Los-Töpfe einen Fehlgriff, und da Fifa-"General" Jerome Valcke den Fauxpas nicht sofort bemerkte, geriet die als Pflichtaufgabe angedachte Gruppenzusammenstellung der acht teilnehmenden Teams für den Confederations Cup 2013 (15. bis 30. Juni) als WM-Generalprobe zur Witzvorstellung.

"Herr Präsident, sie müssen mir helfen", sagte Valcke während der Ziehung fast flehentlich in Richtung von Fifa-Boss Joseph S. Blatter im Auditorium. Der Franzose Valcke selbst sprach auf der Bühne von einem "chaotischen Verlauf".

Brasiliens Medien spotten

Erst nach einigen Minuten der Verwirrung konnten die beiden Vierer-Gruppen doch zusammengestellt werden. "Der Chef mischte die falschen Rezepte zusammen", witzelten brasilianische Medien über Sternekoch Atala. Einen Protest der teilnehmenden Confed-Cup-Teams gab es aber nicht.

Rekord-Weltmeister und Gastgeber Brasilien trifft in der Gruppe A auf Vize-Europameister Italien, Olympiasieger Mexiko und Japan. In der Gruppe B spielen WM- und EM-Champion Spanien, der WM-Vierte Uruguay, Ozeanien-Vertreter Tahiti und der noch zu ermittelnde Afrika-Vertreter. Der afrikanische Teilnehmer wird erst im Februar 2013 nach dem Afrika-Cup in Südafrika feststehen.

Fast schon traditionell leitete der Fifa-Generalsekretär die Auslosung, die im Anhembi Convention Center von Sao Paulo vor 800 Ehrengästen, darunter die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff, stattfand. Schon zuvor war festgelegt worden, dass der zweite Südamerika-Vertreter Uruguay in die Gruppe B gelost würde, um nicht gegen Gastgeber Brasilien in Gruppe A zu kommen. Gleichzeitig war klar, dass Italien als zweiter europäischer Starter in Gruppe A, aber nicht zu Spanien in Gruppe B kommen würde. Atala zog jedoch für Uruguay A 3 – also die Brasilien-Gruppe – ein gravierender Fehler, Valcke reagierte nicht sofort. Das Unheil nahm seinen Lauf.

Dabei wäre alles so einfach gewesen. In den beiden Gruppen mussten eigentlich nur zwei Teams hinzugelost und die Positionen innerhalb der Gruppen von lediglich nur drei Teams festgelegt werden. Die betroffenen Trainer nahmen den verwirrenden Verlauf gelassen.

"Das ist keine Todesgruppe"

"Es ist etwas Unglaubliches für uns. Wir sind ein 150.000-Einwohner-Land und spielen jetzt gegen die größten Mannschaften der Welt. Wir hoffen, wir können mithalten", sagte Tahiti-Coach Eddy Etaeta. Bei der Pressekonferenz stand vor allem der neue brasilianische Nationalcoach Luiz Felipe Scolari im Mittelpunkt des Interesses. "Das ist keine Todesgruppe. Es ist eine starke Gruppen, genau das wollten wir", sagte "Felipao".

Der Confed Cup 2013 erlebte zwar einen Fehlstart, aber die Staatspräsidentin ist überzeugt, dass der Rekord-Weltmeister ein mehr als guter Confed-Cup- und WM-Gastgeber sein wird. "Ich bin überzeugt, dass wir in der Lage sind, ein außergewöhnliches Turnier zu bieten und auch ein guter WM-Gastgeber 2014 sein können", sagte Rousseff in ihrer Ansprache.

Das Confed-Cup-Turnier wird in sechs brasilianischen Städten (Rio de Janeiro, Brasilia, Fortaleza, Belo Horizonte, Salvador und Recife) ausgetragen. Titelverteidiger ist die brasilianische Selecao, die zuletzt zweimal in Folge die WM-Generalprobe (2005 und 2009) für sich entschieden hat.

Der ehemalige brasilianische Nationalmannschaftskapitän Cafu präsentierte im Rahmen der Auslosung den offiziellen Confed-Cup-Ball "Cafusa" - der Name ist eine Zusammensetzung aus Karneval, Fußball und Samba.

Quelle: sid
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