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Fragen und Antworten zum Confed Cup

Genau ein Jahr vor dem WM-Anpfiff ist Russland bereit für die große Generalprobe. Der Confederations Cup wird nicht nur für die Gastgeber zum wichtigen Test. Die Fifa will raus aus den Negativschlagzeilen. Die deutsche Personalpolitik bleibt ein Wermutstropfen. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Fragen und Antworten zum Confed Cup

Was steht an?

Ein Jahr vor der Fußball-WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli 2018) steigt dort die traditionelle Generalprobe, der "Fifa Konföderationen-Pokal", kurz: Confed Cup (17. Juni bis 2. Juli). Weltmeister Deutschland trifft beim Kampf der Kontinente in der Gruppe B auf Asienmeister Australien (19. Juni/17.00 Uhr), CONCACAF-Champion Chile (22. Juni/20.00) und Afrikameister Kamerun (25. Juni, 17.00/alle MESZ).

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Ist Russland bereit für die Rolle als Turnier-Gastgeber?

Logistisch ist Russland fit für das Turnier. Stadien und Infrastruktur sind auf gutem Niveau. Dazu gab es im Gegensatz zu den Vorgänger-Veranstaltungen in Südafrika 2009 und Brasilien 2013 auch keine großen Sorgen. Und doch schwingen bei vielen Russen noch Selbstzweifel mit. Der Wunsch, der alten Fußball-Welt zu zeigen, dass man das Event stemmen kann, ist riesig. Die Fragen aus der westlichen Welt sind moralischer Natur. Präsident Wladimir Putin nutzt den Sport wieder für seine Interessen, so die Befürchtung.

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Ist die deutsche Mannschaft Favorit?

Nein. Bundestrainer Joachim Löw setzt bei dem ungeliebten Turnier auf einen Perspektivkader um Kapitän Julian Draxler mit nur drei Weltmeistern. Zahlreiche Topstars wie Manuel Neuer, Mats Hummels, Toni Kroos oder Thomas Müller sind verletzt oder werden geschont. "Über allem steht die WM", sagt Löw. Zudem ist die Mannschaft nach den Ausfällen von Leroy Sané (Nasen-OP) und Diego Demme (Rücken) dezimiert.

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Wer kämpft um den Titel?

Wohl vor allem der deutsche Gruppengegner Chile mit Bayern-Star Arturo Vidal und Alexis Sánchez sowie Portugal. Der Europameister um Weltfußballer Cristiano Ronaldo kommt mit mehr als einem Dutzend Helden von Paris. In der Gruppe A treffen Ronaldo und Co. auf Gold-Cup-Gewinner Mexiko, Gastgeber Russland und Ozeanienmeister Neuseeland.

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Wer erreicht das Halbfinale?

Die beiden Gruppenbesten kommen weiter und spielen über Kreuz um den Final-Einzug. Das Endspiel steigt am 2. Juli (20.00 Uhr) in St. Petersburg, die Verlierer spielen in Moskau (14.00 Uhr) um Platz drei.

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Wie schnitt Deutschland bislang ab?

Bei der ersten Teilnahme 1999 verantwortete der damalige Teamchef Erich Ribbeck ein "Todeskommando", wie er das Turnier mit seinem arg dezimierten Kader nannte - und scheiterte in der Vorrunde. 2005 holten Bundestrainer Jürgen Klinsmann und Assistent Joachim Löw zu Hause Platz drei und gaben mit teils begeisternden Spielen gegen Argentinien oder Brasilien einen Vorgeschmack auf das Sommermärchen 2006.

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Welche Bundesliga-Legionäre sind dabei?

Neun, nur Russland spielt ohne "Deutsche". Portugal setzt neben Ronaldo auf den Dortmunder Raphael Guerreiro. DFB-Gegner Australien kommt mit dem künftigen Berliner Mathew Leckie und Mitch Langerak (VfB Stuttgart). Chile setzt auf Vidal und Leverkusens Charles Aránguiz, bei Kamerun spielt Lauterns Jacques Zoua. Mexiko baut auf Chicharito (Bayer Leverkusen) und den Frankfurter Marco Fabián, bei Neuseeland steht Stefan Marinovic vom Drittliga-Aufsteiger SpVgg Unterhaching im Tor.

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Wo wird gespielt?

Die deutsche Mannschaft bestreitet ihren Auftakt und das dritte Gruppenspiel im Fischt-Stadion (Olympiastadion) in Sotschi, in das 47.700 Fans passen. Das Duell mit Chile findet in der Kasan-Arena (44.779) statt. In der Moskauer Otkrytije Arena haben 43.298 Menschen Platz, im Krestowski-Stadion von St. Petersburg 68.134.

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Wer überträgt live?

ARD und ZDF zeigen wie bei einer echten WM alle deutschen Spiele live, den Anfang macht das ZDF (Montag gegen Australien, 25. Juni gegen Kamerun), die ARD überträgt das zweite Gruppenspiel gegen Chile (22. Juni) sowie beide Halbfinals. Das Endspiel wird vom ZDF übertragen. Zudem zeigt Sport1 drei Gruppenspiele ohne deutsche Beteiligung. 

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Was ist sonst noch wichtig?

Ein Jahr vor der WM steht Gastgeber Russland im Fokus. DFB-Präsident Reinhard Grindel kündigte an, er wolle vor Ort "ganz deutlich machen, dass Meinungs-, Demonstrations- und Pressefreiheit etwas ist, wozu sich auch Russland verpflichtet hat". Außerdem erwartet er nach den Krawallen russischer Fans bei der EM 2016 eine "klare Absage an den Hooliganismus".