| 10.29 Uhr

Deutschland gegen Mexiko
Wirbel um Affen-Spruch von ARD-Kommentator Bartels

Confed Cup: Wirbel um Affen-Spruch von Kommentator Tom Bartels
Antonio Rüdiger im Duell mit Mexiko-Stürmer Chicharito. FOTO: dpa, nic
Sotschi. Chicharito und Antonio Rüdiger bekommen sich im Confed-Cup-Halbfinale in die Haare. ARD-Kommentator Tom Bartels legt dem mexikanischen Stürmer Worte in den Mund. Zehn Minuten später entschuldigt er sich dafür.

Deutschland schlägt Mexiko mit 4:1 (2:0) und steht im Finales des Confed Cups in Russland. Das ist eine Geschichte, die es zu dem Spiel zu erzählen gibt. Eine andere dreht sich um ARD-Kommentator Tom Bartels. 

Nach 73 Minuten geraten Mexikos Angreifer Javier "Chicharito" Hernandez und der deutsche Innenverteidiger Antonio Rüdiger aneinander. Der Stürmer schubst den Abwehrhünen weg, indem er ihm in die Magengrube drückt. Rüdiger geht theatralisch zu Boden. Als er wenig später wieder auf den Beinen ist, kommt es zum Wortgefecht zwischen den Spielern.

So reagiert das Netz auf Affen-Spruch von Bartels

Aufsehen erregt allerdings eine Bemerkung von Bartels, der Chicharito, da man als TV-Zuschauer ja nichts hört, folgende Worte in den Mund legt: "Ich hab dich geschubst, aber jetzt mach hier mal nicht den Affen und leg' dich da auf den Boden und simulier', das ich dir in den Magen geboxt hätte."

In den sozialen Netzwerken brodelt es. Man diskutiert, ob es sich um einen unabsichtlichen Fauxpas oder eine rassistische Beleidigung handelt. Bartels bekommt das mit und gibt einige Minuten später selbst die Antwort: "Das war in keiner Form rassistisch gemeint, um Gottes Willen. Wenn sich jemand verletzt fühlt oder meint, ich hätte das unglücklich formuliert, gebe ich Ihnen recht. Aber bitte, Antonio Rüdiger sollte keinesfalls beleidigt werden."

Wieder gibt es eine Twitter-Diskussion. Einige halten diese "Richtigstellung" für unnötig. Der Vorwurf: Diejenigen, die in Bartels Äußerungen Rassismus sehen, würden rassistisch denken.

Der 24-jährige Rüdiger spielt für den AS Rom und wird in Italien immer wieder mit Affenlauten beleidigt. Er hatte im Lager des DFB-Teams in Sotschi bereits ein entschiedeneres Vorgehen der Fifa gegen Rassismus in den Stadien gefordert. 

"Ich wurde in diversen Spielen mit 'uh, uh, uh' ausgebuht – und es ist nichts passiert. Das ist für mich unverständlich, dagegen muss gehandelt werden", sagte der Italien-Profi. Sollte es bei einem Spiel des Confed Cups zu einem rassistischen Zwischenfall kommen, würde Rüdiger einen inzwischen möglichen Spielabbruch begrüßen.

"Der Schiri sollte den Stadionsprecher darauf ansprechen, dass das passiert. Dann denke ich, ist eine Verwarnung angemessen. Wenn es immer noch nicht eingehalten wird, finde ich gut, wenn abgebrochen wird", sagte der dunkelhäutige Fußballer.

(jado/sid)
 
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