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Fußball-Länderspiele
Ronaldos späte Show - Brasilien bereit für DFB-Elf

Ronaldo-Doppelpack in der Nachspielzeit
Ronaldo-Doppelpack in der Nachspielzeit FOTO: afp
Zürich. Cristiano Ronaldo, wer sonst. Im ersten Härtetest des WM-Jahres hat Portugal gleich wieder gesehen, wie abhängig der Europameister von seinem Superstar ist. Knapp drei Monate vor Beginn der WM gewannen am Freitag auch England, Brasilien und Argentinien.

"Mit zwei Treffern gegen Ägypten schlägt Cristiano Ronaldo eine weitere goldene Seite seiner Karriere auf, die bereits voller unvergesslicher Momente ist", schrieb die Zeitung "Record" nach dem dramatischen Finale zum 2:1 (0:0) im Test gegen den Afrikameister.

Nach dem Tor von Liverpool-Star Mohamed Salah sah es am Freitagabend im Züricher Letzigrund nach einer Überraschung aus. Aber verlieren ist nicht das Ding von Ronaldo. Zweimal schraubte er sich in der Nachspielzeit nach Flanken von Ricardo Quaresma in die Höhe und sorgte mit seinen wuchtigen Kopfbällen noch für den Favoriten-Erfolg. "Sieg durch den Kopf von Ronaldo in einem verrückten Finale", schrieb "A Bola".

Übersicht: Diese Teams sind für die WM 2018 qualifiziert FOTO: rtr, MBH/tc

Trainer Fernando Santos ist die Fokussierung auf den Superstar aber offenbar nicht so recht. "Diese Spiele dienen nicht dazu, die individuelle Qualität der Spieler zu bewerten. Es geht um andere Dinge: Wie die Spieler mit der Taktik der Mannschaft zurecht kommen, wie sie miteinander spielen", sagte der Coach. Bei der WM könnte es im Achtelfinale zu einem raschen Wiedersehen mit Ägypten kommen.

Brasilien schießt sich warm

83 Tage vor dem Start der WM-Endrunde hat Brasilien derweil am Finalort schon mal eine Duftmarke gesetzt. Auch ohne seinen verletzten Superstar Neymar feierte der Rekordweltmeister im Luschniki-Stadion von Moskau einen überzeugenden 3:0 (0:0)-Erfolg beim WM-Gastgeber und schoss sich dabei auch für den Härtetest am Dienstag in Berlin gegen den amtierenden Champion Deutschland (20.45 Uhr/ZDF) warm.

Italiens Nationalteam in Davide-Astori-Trikot FOTO: rtr

"Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meines Teams. Meine Spieler haben alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", sagte ein glücklicher brasilianischer Nationaltrainer Tite, der dem Auftritt im Olympiastadion entgegenfiebert. "Jetzt geht es darum, das 1:7 zu vergessen und in Berlin mit Würde aufzutreten. Wir müssen mental stark sein und haben gar keine andere Wahl, als am Dienstag unseren besten Fußball zu spielen", sagte der Coach in Erinnerung an die historische Halbfinal-Schmach gegen den späteren Titelträger bei der WM 2014 im eigenen Land.

Miranda (53.), Coutinho (62./Foulelfmeter) und Paulinho (66.) hatten innerhalb einer Viertelstunde den Sieg des fünfmaligen Weltmeisters perfekt gemacht. "Ich glaube, wir sind bereit für die Weltmeisterschaft", resümierte Tite.

Frankfurts Marco Fabian trifft für Mexiko

Ebenfalls 3:0 (1:0) gewann Deutschlands erster Gruppengegner Mexiko im Duell der WM-Teilnehmer gegen Island. Bundesliga-Profi Marco Fabian (37.) von Eintracht Frankfurt und Miguel Layun (64./90.+1) trafen für El Tri. Für Fabian war es sein erstes Länderspiel nach seiner Augenverletzung beim Confed Cup im Sommer 2017. "Ich bin glücklich und hoffe, dass ich bei der WM dabei bin", sagte der Mittelfeldspieler.

Sein Trainer Juan Carlos Osorio äußerte über den 28-Jährigen, der aktuell bei der Eintracht Probleme hat: "Ich denke, es ist unsere Verantwortung, einem Mexikaner mit großem Talent eine Chance zu geben." Mexiko ist am 17. Juni im Luschniki-Stadion erster Turniergegner der DFB-Auswahl.

Niederlagen kassierten dagegen Deutschlands WM-Gegner Schweden und Südkorea. Die Schweden unterlagen dem Confed-Cup-Zweiten Chile 1:2 (1:1), Südkorea verlor nach zuvor fünf Spielen ohne Niederlage ebenfalls mit 1:2 (1:1) in Nordirland. Mexiko ist am 17. Juni im Luschniki-Stadion erster Turniergegner der DFB-Auswahl. Weiter geht es am 23. Juni in Sotschi gegen Schweden. Letzter deutscher Gruppengegner ist vier Tage später in Kasan Südkorea.

Frankreich verspielt eine 2:0-Führung

Weniger erfreulich verliefen die Tests für WM-Mitfavorit Frankreich und WM-Zuschauer Italien. Die Equipe Tricolore unterlag in Paris Kolumbien 2:3 (2:1). Olivier Giroud und Thomas Lemar hatten eine 2:0-Führung für die Hausherren rausgeschossen, welche Luis Muriel, Falcao und Juan Quintero noch für die Gäste in einen Sieg umwandelten.

Italien verlor in Manchester das Prestigeduell gegen Vizeweltmeister Argentinien 0:2 (0:0). Ever Banega (75.) und Manuel Lanzini (85.) sorgten für den Erfolg der Südamerikaner. Der angeschlagene Superstar Lionel Messi wurde bei der Albiceleste, die am Dienstag in Madrid auf Spanien trifft, von Nationaltrainer Jorge Sampaoli geschont.

"Diese Partie war wie ein Finale, und das haben wir sehr gut gespielt", sagte Sampaoli. Bei den Azzurri, die in Russland nur Zuschauer sind, stand die Trauer um den am 4. März verstorbenen Nationalspieler Davide Astori im Mittelpunkt.

Die Italiener spielten beim Kurzcomeback von Torhüterlegende Gianluigi Buffon mit einem besonderen Trikot. Unter dem Wappen mit den vier Sternen stand in goldenen Buchstaben der Schriftzug "Davide sempre con noi" ("Davide immer bei uns").

Kroatien unterliegt Peru

Auch Kroatiens ist mit einer Niederlage gegen Peru ins WM-Jahr gestartet. Die Mannschaft um Mittelfeldspieler Luka Modric unterlag den Südamerikanern mit 0:2 (0:1). André Carrillo (11. Minute) und Edison Flores (48.) erzielten die Treffer für die Mannschaft um den Ex-Schalker Jefferson Farfan, die bei der WM in der Gruppe C auf Frankreich, Australien und Dänemark trifft.

Der EM-Achtelfinalist Kroatien dagegen erwischte mit den früheren Bundesliga-Profis Ivan Perisic und Mario Mandzukic in der Startelf einen Fehlstart ins WM-Jahr. Der Schalker Marko Pjaca und der Hoffenheimer Andrej Kramaric wurden bei den Kroaten zudem eingewechselt. 

Mit England und der Niederlande trafen in Amsterdam zwei weitere große Namen aufeinander, wobei sich die Three Lions gegen das nicht qualifizierte Oranje mit seinem neuen Bondscoach Ronald Koeman durch einen Treffer von Jesse Lingard (59.) mit 1:0 (0:0) durchsetzten.

(dpa)
 
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