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3:0 gegen Norwegen
DFB-Team müllert sich zum ersten Quali-Sieg

Norwegen - Deutschland
Norwegen - Deutschland FOTO: rtr, /XG
Oslo. Die deutsche Nationalmannschaft hat die erste Hürde der WM-Qualifikation ohne Probleme genommen. Gegen handzahme Norweger siegte die Elf von Bundestrainer Joachim Löw in Oslo mit 3:0. Thomas Müller steuerte zwei Treffer bei. Von Gianni Costa

Etwa eine halbe Stunde vom Stadtzentrum von Oslo entfernt liegt der Holmenkollen. Auf einem Hang des Berges steht die legendäre Skisprungschanze, die älteste der Welt. Das Nationalsymbol einer stolzen Wintersportnation. Das Ullevaal-Stadion ist auch sehr beliebt. In die Arena sind diverse Einkaufsläden integriert. Fußball spielt eben nicht die größte Rolle.

Und so überboten sich die heimischen Medien vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Deutschland in ihren bissigen Kommentaren. Es wäre vielleicht fairer gewesen, wurde geunkt, wenn der Weltmeister nur seine Frauenmannschaft geschickt hätte. Die Gastgeber präsentierten sich indes keineswegs so desolat wie befürchtet. Am Ende stand dennoch ein 3:0 für die DFB-Auswahl. "Es war ein Sieg in einem guten Auswärtsspiel", sagt der zweifache Torschütze Thomas Müller. "Natürlich hätten wir das ein oder andere Tor mehr machen können. Wir sind mit einem Auswärtssieg gestartet, damit haben wir unser Ziel erreicht." Der Bundestrainer war zufrieden, sieht aber noch Verbesserungsmöglichkeiten in puncto Effizienz.

Großes Ziel ist die Titelverteidigung

Joachim Löw hat sich im Kreis der großen deutschen Bundestrainer mit der gestrigen Partie wieder ein wenig nach vorne gearbeitet. Mit seinem 139. Spiel ist er mit Helmut Schön gleichgezogen. Nur Sepp Herberger (167) thront weiter einsam an der Spitze. Wie weit er den Abstand zu Herberger verkürzen kann, wird das Abschneiden bei der WM in Russland in zwei Jahren zeigen. Das große Ziel des 56-Jährigen ist die Titelverteidigung. Toni Kroos hat vor der Aufeinandertreffen mit Norwegen leise angemerkt, dass solche Auftaktpartien in Qualifikationen durchaus tückisch sein können. Die Profis aus der Bundesliga haben erst eine Partie in der Meisterschaft absolviert, in Spanien zwei, in England drei. "Da kann noch nicht alles optimal aufeinander eingespielt sein", diagnostizierte der Mittelfeldakteur von Real Madrid. "Dass wir uns qualifizieren, kann ich garantieren. Ob es immer glanzvoll sein wird, ist eine ganz andere Sache." Gegen Norwegen lag er mit seiner Einschätzung jedenfalls leider vollkommen richtig.

Deutschland hatte insgesamt keine größeren Schwierigkeiten gegen die Hausherren. Die meisten Probleme machte sich das Team selbst – durch Unkonzentriertheit im Defensivverbund. Neu-Bayer Mats Hummels leistete sich in den Anfangsminuten gleich zwei grobe Schnitzer, die von einem Gegner größeren Kalibers sicher nicht so fahrlässig ausgelassen worden wären. Doch die Norweger erwiesen sich insgesamt viel zu handzahm. Nationaltrainer Per-Mathias Høgmo musste kurzfristig auch noch auf seinen Kapitän Per Ciljan Skjelbred von Hertha BSC verzichten. Zu den bekanntesten Namen im Team zählte so noch der Ex-Gladbacher Havard Nordveit.

Müller als Panzerknacker

Deutschland brauchte eine Weile, um sich in der Offensive einzuspielen. Ausgerechnet Thomas Müller empfahl sich für die Rolle des Panzerknackers. Der Münchner hatte zuvor 589 Minuten nicht im Dress des DFB getroffen, zuletzt gelang ihm beim 2:1 im vergangenen Oktober gegen Georgien ein Tor. Gegen Norwegen müllerte es nach 15 Minuten endlich wieder – vor allem dank ausreichend Bewegungsfreiraum, die ihm gleich sechs Gegenspieler im Strafraum einräumten. Hernach waren die Blockaden allerdings nichts gelöst. Es war weiter ein zähes Anrennen. Immerhin erzielte Joshua Kimmich in seinem siebten Länderspieleinsatz kurz vor der Pause seinen ersten Treffer. Den ersten Treffer bereitete Özil vor, den zweiten Müller.

Deutschland machte danach immerhin keine Anstalten, es noch einmal spannend zu machen. Müller nach Flanke von Sami Khedira erhöhte auf 3:0. Der Stadionsprecher verkündete aber kurzzeitig ein 3:1 – Gelächter im Publikum. So ein Erfolgserlebnis hat man dem eigenen Team einfach nicht zugetraut.

Quelle: RP
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