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Deutscher WM-Skandal
Rummenigge wünscht sich "beim DFB sensibleren Umgang mit Beckenbauer"

DFB: Karl-Heinz Rummenigge wünscht sich "sensibleren Umgang mit Franz Beckenbauer"
Karl-Heinz Rummenigge steht zu Franz Beckenbauer. FOTO: dpa, Ursula Düren
München. Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat in der Affäre um die WM-Vergabe seinem Freund Franz Beckenbauer die Unterstützung des Rekordmeisters zugesagt und Kritik am Vorgehen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geübt.

"Herr Rummenigge, wie bewerten Sie die DFB-Krise und die Anschuldigungen gegen Bayern Münchens Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauer?"

Karl-Heinz Rummenigge (Vorstandschef Bayern München): "Ich bin kein Insider in dieser nicht sehr sympathischen Geschichte. Aber Franz Beckenbauer war mein Trainer, mein Kapitän und Präsident. Er hat für den FC Bayern Überragendes geleistet. Wenn ein Freund in Schwierigkeiten ist, dann muss man ihm zur Seite stehen. Und das werden wir beim FC Bayern auch tun."

"Franz Beckenbauer steht aber im Mittelpunkt der Affäre."

Rummenigge: "Ich verstehe, dass der DFB hier größtes Interesse haben muss, die ganze Angelegenheit aufzuklären. Aber ich würde mir auch dort manchmal einen etwas sensibleren Umgang mit der Person Franz Beckenbauer wünschen. Ich glaube, dass auch der DFB der Person Franz Beckenbauer viel zu verdanken hat - wenn ich nur an die vielen Weltmeisterschaften denke, die man mit ihm gewonnen hat."

"Es gibt schon viele Diskussionen um die Nachfolge von Wolfgang Niersbach. Wen sehen Sie als künftigen DFB-Präsidenten?"

Rummenigge: "Das obliegt ja nicht meiner Person, ich bin ja in keinem Gremium. Ich bin aber kein Freund von Doppelspitzen. Das haben wir von 2004 bis 2006 schon erlebt. Deshalb sollten wir diesen Fehler nicht wiederholen. Ich würde dringend empfehlen, dass Dr. Rauball, der nachweislich kein Interesse hat, als nächster Präsident des DFB zu wirken, die Geschäfte führt, bis ein Nachfolger gefunden ist."

"Würden Sie für einen hauptamtlichen Präsidenten plädieren?"

Rummenigge: "Ich weiß nicht. Wir haben in der Vergangenheit den Spagat zwischen Amateuren und Profis relativ friedlich gelöst. Ich hoffe, dass dies auch nach dem Abgang von Wolfgang Niersbach möglich ist, weil der einen großen Beitrag geleistet hat, dass dieser Frieden möglich war."

"Aber müssten nicht grundsätzlich die Strukturen beim DFB geändert werden?"

Rummenigge: "Reformen hören sich immer toll an, aber am Ende des Tages sind die handelnden Personen entscheidend. Ich bin kein Freund davon, erst Reformen zu machen und dann die handelnden Personen dazu zu finden. Es ist eine schwierige Zeit für den DFB, aber am Ende des Tages ist es auch eine Chance, Dinge, die nicht so gut gelaufen sind, zu verbessern."

Aufgezeichnet in einer Pressekonferenz am Mittwoch an der Säbener Straße.

(can/sid)
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