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Nominierung des WM-Kaders
Trotz Döner-Affäre: Großkreutz ist Löws Alleskönner

Joachim Löws Alleskönner: Kevin Großkreutz
Kevin Großkreutz wird aller Voraussicht nach mit nach Brasilien fahren. FOTO: afp, iw
Düsseldorf. Am Donnerstag nominiert Bundestrainer Joachim Löw den vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft in Brasilien. Welche 23 Spieler am Ende tatsächlich für Deutschland um den Titel kämpfen, muss Löw bis zum 2. Juni entscheiden. Einer, der mit großer Wahrscheinlichkeit mit nach Südamerika fliegt, ist Kevin Großkreutz. Von Stephan Seeger

Wenige Tage vor der Kader-Nominierung für die WM ist Großkreutz in aller Munde. Nicht wegen der Nominierung selbst, sondern wegen eines Vorfalls in Köln: in der Nacht von Sonntag auf Montag soll der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund einem 34 Jahre alten Kölner einen Döner ins Gesicht geworfen haben, nachdem dieser Großkreutz beleidigt haben soll.

Großkreutz wurde von dem FC-Fan wegen Körperverletzung angezeigt. Es wurde bereits ein Strafverfahren eingeleitet. Großkreutz, der am besagten Abend mit seinem Dortmunder Teamkollegen Julian Schieber in Köln unterwegs war, hat den Döner laut eigener Aussage nur auf den Boden geworfen. "Ich habe die Situation als beleidigend wahrgenommen. Natürlich hätte ich den Döner in der Öffentlichkeit besser nicht auf den Boden geworfen", sagte er dem "Express". Der Kölner Döner-Verkäufer, vor dessen Laden sich der Zwischenfall ereignete, will aus dem kuriosen Vorfall Profit schlagen und verkauft ab sofort den "Kevin-Döner" für vier Euro.

Das ist Deutschlands vorläufiger WM-Kader FOTO: dpa, Bernd Weissbrod

Am Donnerstag rückt Großkreutz wahrscheinlich wieder ins mediale Rampenlicht, dann allerdings wegen seiner sportlichen Qualitäten. Wenn Bundestrainer Löw in Frankfurt/Main den vorläufigen Kader für die WM bekannt gibt, wird Großkreutz' Name auf der Liste stehen. Und mit großer Wahrscheinlichkeit wird Großkreutz auch im endgültigen Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) stehen. Denn der Dortmunder ist Löws Allround-Waffe.

Überall einsatzfähig

Großkreutz hat in der am Wochenende endenden Bundesliga-Saison für Borussia Dortmund gleich mehrere Positionen ausgefüllt und seine Sache in den meisten Fällen mit Bravour erledigt. Ob im linken oder rechten Mittelfeld, als linker oder rechter Verteidiger – Großkreutz kann auf den Außenbahnen eigentlich jede Position bekleiden und überzeugt mit großer Laufstärke und purem Einsatzwillen.

Diese Qualitäten braucht Löw bei der WM. Zwar sind die Positionen im starken deutschen Mittelfeld belegt, im Hinblick auf die Viererkette könnte Löw allerdings auf die Dienste des Dortmunders zählen. Vor allem die linke Abwehrseite ist die Problemzone Deutschlands: Großkreutz' Dortmunder Teamkollege Marcel Schmelzer war lange verletzt, der Hamburger Marcell Jansen ebenfalls. Beide können deshalb noch gar nicht in WM-Form sein. Großkreutz ist im Moment die einzige Alternative auf dieser Position.

Der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn glaubt zudem, dass Deutschland in Brasilien einen Typen wie Großkreutz braucht – nicht nur wegen seiner fußballerischen Möglichkeiten. Deutschland braucht einen Kader mit starken Persönlichkeiten, meint Kahn: "Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist ein sehr homogenes Team. Die Spieler sind vom Charakter her alle sehr ähnlich. Es macht Sinn, den ein oder anderen Typen in so eine Mannschaft reinzunehmen. Wie Kevin Großkreutz, der ein anderer Typ ist, und so einer Mannschaft in bestimmten Situationen durchaus helfen kann", sagte Kahn im Interview mit "Sky Sport News HD". Kahn weiter: "Es geht darum, eine Mischung unterschiedlicher Typen zu finden. Das wird bei dieser Mannschaft, die kurz vor dem ganz großen Wurf steht, wichtig werden."

(seeg)
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