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Fußball-Bundestrainer im Interview
Löw: Großer Respekt vor Serbien

Auslosung zur WM 2010: die Bilder
Auslosung zur WM 2010: die Bilder FOTO: AP
Kapstadt (RP). Bundestrainer Joachim Löw verspürt bei seinem Besuch in Südafrika die enorme Vorfreude auf die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent. Die Vorrundengegner Serbien und Ghana schätzt er besonders hoch ein.

Herr Löw, wie bewerten Sie die Auslosung?

Löw Das ist eine interessante Gruppe.

Wie schätzen Sie Australien ein?

Löw Ich erinnere an den Confed-Cup 2005, als wir 4:3 gewonnen haben. Unser erstes Spiel ist besonders wichtig zu gewinnen. Wir wollen einen guten Start hinlegen.

Und die Serben?

Löw Vor den Serben habe ich großen Respekt. Ich habe mir einige ihrer Spiele aus der WM-Qualifikation auf DVD angesehen. Sie sind sehr souverän durchmarschiert und haben Frankreich hinter sich gelassen. Das ist eine sehr spielstarke Mannschaft.

Sehen Sie in Ghana einen Außenseiter?

Löw Ganz und gar nicht. Neben Algerien und der Elfenbeinküste sind die Ghanaer für mich die stärkste Mannschaft Afrikas. 2006 sind sie ja erst an Brasilien gescheitert. In Michael Essien zum Beispiel haben sie einen herausragenden Spieler, den Michael Ballack ja vom FC Chelsea bestens kennt.

Haben Sie Angst vor der WM in Südafrika?

Löw Nein, Angst haben wir nicht. Ich denke, man sollte diesem Land eine faire Chance geben, was Sicherheit betrifft. Ich bin sicher, dass Südafrika und die Fifa alles tun, um sie zu gewährleisten. Ich fühle mich hier absolut sicher.

Also benötigen Sie keine kugelsicheren Westen?

Löw Um Gottes Willen nein. Natürlich muss man den Spielern Informationen geben, gerade in Johannesburg: Wo können sie hingehen, wohin nicht. Aber kugelsichere Westen brauchen wir nicht.

Haben die Spieler Fragen zu diesem Thema?

Löw Im Januar und im März bei unserem Spiel gegen Argentinien werden wir ihnen Informationen geben. Es gibt ein paar Regeln, die wir beachten müssen, und Plätze, die absolut sicher sind. Ich habe von keinem Spieler gehört, dass er Angst hat, dieses Land zu bereisen, und ich weiß von allen, dass sie sich wahnsinnig freuen, es kennenzulernen. Von Angst kann bei uns keine Rede sein.

Haben Sie nicht doch bereut, dass Sie ein Quartier in der Nähe von Johannesburg, rund 1700 Meter hoch, gewählt haben?

Löw Die klimatischen und die Höhenbedingungen spielen eine wichtige Rolle. Wir haben mit Sportwissenschaftlern und Medizinern analysiert, wo es die schnellste und beste Anpassung gibt. Es ist besser, Topleistungen zu bringen, wenn man aus der Höhe kommt, dann gibt es keine Adaptionsschwierigkeit.

Was empfinden Sie in Südafrika ein halbes Jahr vor der WM?

Löw Man spürt die enorme Begeisterung für den Fußball. Wir haben eine unglaubliche Stimmung beim Confederations Cup erlebt. Es ist getanzt und gefeiert worden. Das Land ist mit Stolz erfüllt, die Erwartungen sind immens. Ich glaube, dass es eine sehr stimmungsvolle, spannende, faszinierende WM gibt.

Wie denken Sie über die Vuvuzelas, die lauten Plastiktröten der Fans in den Stadien:

Löw Ganz ehrlich: Für mich haben sie beim Confederations Cup etwas störend gewirkt, weil über 90 Minuten ein besonderer, gleichbleibender Geräuschpegel vorhanden war - egal was passierte, selbst wenn der Ball im Aus war. Und es war so laut, dass man kaum das eigene Wort verstand. Ich habe da ein bisschen Bedenken, dass ich die Spieler noch erreiche. Für alle, die es nicht kennen, ist es eine ungewohnte Situation.

Wären Sie für ein Verbot der Vuvuzelas?

Löw Ich weiß nicht, welche Entscheidung von der Fifa getroffen wird. Grundsätzlich wäre ich eher zufrieden, wenn es sie im Stadion nicht geben würde.

Welches sportliches Niveau erwarten Sie von der WM?

Löw Es wird fußballerisch eine enorm starke WM, weil Afrika unglaubliche Entwicklungen durchlaufen hat. Ihre Spieler in europäischen Topteams sind es gewohnt, diszipliniert und professionell zu arbeiten und sich mental auf so ein Ereignis vorzubereiten. Die Afrikaner haben enorme Vorteile, weil sie genetisch bedingt eine unglaubliche Ausdauer, Schnelligkeit und körperliche Präsenz mitbringen. Und technisch sind sie sehr stark.


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  • (chk/spo)
     
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