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Borussia-Präsident fordert Aufklärung
Königs: "Beim DFB muss klar Schiff gemacht werden"

Rolf Königs: "Beim DFB muss klar Schiff gemacht werden"
Rolf Königs sieht den DFB in der Pflicht. FOTO: Ilgner Detlef (ilg)
Exklusiv Die Schlüsselfigur Günter Netzer schweigt in der WM-Affäre bislang, Franz Beckenbauer hat am Montagabend erstmals Stellung genommen. Jetzt fordert auch der Präsident von Borussia Mönchengladbach, Rolf Königs, schnelle Aufklärung, um Schaden vom Fußball abzuwenden.

"Die Dinge müssen sauber aufgeklärt werden und rasch auf den Tisch. Es muss klar Schiff gemacht werden beim DFB. Die Affäre schadet dem Fußball in Deutschland im Allgemeinen", sagte der Mönchengladbacher Sportfunktionär und Unternehmer im Rahmen einer Veranstaltung der Rheinischen Post.

DFB-Vizepräsident Peter Frymuth, gleichzeitig auch Chef des Fußballverbandes Niederrhein, hatte sich zuvor ähnlich geäußert. "Die Basis wünscht sich Antworten von ihren Idolen", sagte Frymuth unserer Redaktion. "Niemand hat Verständnis dafür, dass sich einige ihrer Verantwortung nicht stellen." Zu einer gründlichen Aufarbeitung gehöre, "dass Beckenbauer und (Günter) Netzer zur Aufklärung beitragen."

Franz Beckenbauer, Chef des WM-Organisationskomitees, hat am Montagabend die Vorwürfe des Stimmenkaufs bei der WM 2006 erstmals öffentlich bestritten. Gleichzeitig räumte Beckenbauer ein Fehlverhalten des Organisationskomitees ein. "Um einen Finanzierungszuschuss der Fifa zu erhalten, wurde auf einen Vorschlag seitens der Fifa-Finanzkommission eingegangen, den die Beteiligten aus heutiger Sicht hätten zurückweisen sollen. Für diesen Fehler trage ich als Präsident des damaligen Organisationskomitees die Verantwortung", so Beckenbauer.

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger drängt sogar darauf, sich möglichst schnell mit jenen Leuten zu treffen, die der Deutsche Fußball-Bund zur Aufarbeitung aller Vorwürfe eingeschaltet hat.

Zuvor hatten Journalisten von "Spiegel TV" hatten Beckenbauer am Sonntag an dessen Wohnort Salzburg aufgesucht. Im Vorbeigehen sagte ihnen der Chef des damaligen WM-Organisationskomitees nur: "Die Antworten kommen noch." Die "Bild"-Zeitung schrieb am Montag über ihren Kolumnisten, dass sich der 70-Jährige "wahrscheinlich noch in dieser Woche" den Ermittlern stellen werde.

Beckenbauer ist nach Ansicht aller Beteiligten der Einzige, der sämtliche Fragen in dieser Affäre beantworten kann. Er hat zumindest laut Version des DFB 2002 in einem Vier-Augen-Gespräch mit Fifa-Präsident Joseph Blatter jene ominöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro ausgehandelt, die der damalige Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus anschließend für das deutsche WM-OK getätigt hat. Er dürfte deshalb auch wissen, wohin dieses Geld tatsächlich geflossen ist.

Quelle: RP
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