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Gnabry sorgt mit Dreierpack für Furore
Wo kommt der denn her?

Gnabrys Dreierpack-Debüt im DFB-Team
Gnabrys Dreierpack-Debüt im DFB-Team FOTO: ap, MV
Düsseldorf. Serge Gnabry hat in seinem ersten Länderspiel für die deutsche Nationalmannschaft mit einem Dreierpack geglänzt. Beim 8:0 gegen San Marino war der Bremer der beste Spieler auf dem Platz und erhielt ein Sonderlob von Bundestrainer Joachim Löw. Dabei kannten Gnabry vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro nur wenige. Von Stephan Seeger

Salvador, 7. August 2016. Die deutsche Olympia-Auswahl liegt im Gruppenspiel gegen Südkorea 2:3 zurück, würde bei einer Niederlage bereits in der Vorrunde ausscheiden. Es gibt noch einmal Freistoß für die Mannschaft von Olympia-Trainer Horst Hrubesch. Serge Gnabry tritt an. Der Shooting-Star der Olympischen Spiele hatte gegen Südkorea bereits zum zwischenzeitlichen 1:1 getroffen, auch im ersten Spiel gegen Mexiko trug der sich in die Torschützenliste ein. Gnabry visiert die lange Ecke an, ein Südkoreaner fälscht den Ball noch ab. Drin, 3:3, Ende. Deutschland wahrt in letzter Sekunde die Chance auf die K.o.-Runde. Dank eines Kantersieges gegen die Fidschi Inseln im letzten Gruppenspiel drei Tage später macht Deutschland das Viertelfinale perfekt und wird erst im Finale von Brasilien geschlagen.

Olympia war der große Wendepunkt in Gnabrys Karriere. Das weiß er selbst. "Olympia war für mich natürlich ausschlaggebend, dass es so weit gekommen ist. Zuvor war es schwer", sagte Gnabry nach dem Spiel in San Marino. Seine forschen Leistungen und vor allem seine Schnelligkeit blieben auch einigen Bundesligisten nicht verborgen. Schließlich kaufte Werder Bremen den Youngster vom FC Arsenal. In drei Jahren bei den "Gunners" hat er sich nicht durchsetzen können und nur wenig gespielt. Jetzt zeigt Gnabry seinem Ex-Trainer Arsene Wenger, dass es ein Fehler gewesen sein könnte, dem Flügelflitzer keine Spielpraxis zu gewähren. "Ich habe keine Spielzeiten gehabt. Die habe ich jetzt wieder bekommen. Ich fühle mich körperlich gut und hoffe, dass es so weitergeht", sagte Gnabry.

Vom Olympia-Helden zum Bremer Hoffnungsträger

In Bremen ist Gnabry der Hoffnungsträger. Und mit seinen bisherigen Leistungen unterstreicht er dies. Vier Tore erzielte Gnabry in neun Bundesliga-Partien, darunter das Tor des Monats bei der 1:4-Niederlage in Mönchengladbach. Bei der 1:3-Pleite auf Schalke am vergangenen Spieltag übernahm Gnabry sogar die Verantwortung vom Elfmeterpunkt. Das zeigt, wie groß das Selbstbewusstsein des 21-Jährigen derzeit ist.

Der Auftritt in San Marino wird Gnabry weiteren Auftrieb geben. Keine Frage, die San Marinesen sind kein Gradmesser für die deutsche Nationalmannschaft, dennoch überzeugte Gnabry in Serravalle. Auf der linken Außenbahn bot sich der gebürtige Stuttgarter immer wieder an, wollte den Ball haben und versuchte, seine immense Schnelligkeit in vielen Eins-gegen-Eins-Situationen auszuspielen.

Das gelang Gnabry, und dafürt erhielt er nach dem Spiel auch ein Sonderlob vom Bundestrainer. "Serge hat schon im Training angedeutet, dass er sehr gefährlich und im Abschluss gut ist. Die drei Tore sind etwas Besonderes für ihn und gut für seine Entwicklung und sein Selbstvertrauen", sagte Löw nach dem Spiel.

Und Gnabry selbst? "Ich habe natürlich nicht damit gerechnet, beim Debüt drei Tore zu machen. Das freut mich sehr, aber das waren super Zuspiele. Der Trainer hat gesagt, dass ich mit Selbstbewusstsein agieren und frech spielen soll. Ich denke, das ist mir gut gelungen", sagte er nach dem Spiel bei RTL mit Kaugummi im Mund.

Interviews muss Gnabry, der als erster Debütant seit Dieter Müller vor 40 Jahren einen Dreierpack erzielte, vielleicht noch lernen. In Zukunft wird er dafür wahrscheinlich genügend Gelegenheiten bekommen, denn Gnabry ist auf der Überholspur. Nicht nur bei Werder Bremen, sondern auch in der Nationalmannschaft.

(seeg)
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