| 21.09 Uhr

"Spiegel"-Bericht
Schatten über dem Sommermärchen

Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball
Porträt: Niersbach: Vom Journalisten zum Macher im Fußball FOTO: RPO
Meinung | Düsseldorf. Wenn sich die Vorwürfe, die der "Spiegel" erhebt, bewahrheiten, dann wäre das Sommermärchen 2006 nichts anderes als ein Lügenmärchen. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach wäre nicht mehr zu halten. Aber: Es gilt die Unschuldsvermutung. Von Robert Peters

Der Deutsche Fußball-Bund und seine führenden Repräsentanten haben in den vergangenen Wochen häufig das Wort von der Unschuldsvermutung im Mund geführt. Damit kommentierten sie die Korruptionsvorwürfe gegen Fifa-Präsident Blatter und Uefa-Präsident Platini. Bis zum Beweis seiner Schuld gilt diese Unschuldsvermutung nun auch für den DFB.

Aber es steht ein Vorwurf im Raum, der den größten Sportverband der Welt bis ins Fundament erschüttern wird. Wenn stimmt, was der "Spiegel" berichtet, dann ist das Sommermärchen von 2006 ein Lügenmärchen, dann gab es die Fußball-WM in Deutschland nur, weil der Verband für viel Geld Stimmen gekauft hat. Geld, das überdies aus einem Kredit stammen soll, den ausgerechnet der damalige Chef des Ausrüsters Adidas gegeben hat. Der Vorwurf ist ungeheuerlich. Wenn er sich erhärtet, wird Präsident Wolfgang Niersbach darüber stürzen.

Franz Beckenbauer, der das Bewerbungskomitee anführte, wäre als Lichtgestalt des deutschen Fußballs erledigt. Der DFB stünde als ein Verein von Heuchlern da. Das wäre nicht nur eine Glaubwürdigkeitskrise, sondern die größte anzunehmende Krise in der Geschichte des Sportverbands. Aber noch gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: RP
 
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