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WM-Vergabe 2006
Schenk: "Warum hat Zwanziger nichts gesagt?"

Fotos: DFB-Präsident, Gladbach-Sympathisant, Sportfunktionär
Fotos: DFB-Präsident, Gladbach-Sympathisant, Sportfunktionär FOTO: AFP
Im Rätselraten über die Hintergründe der Vergabe der WM 2006 an Deutschland hält Anti-Korruptions-Expertin Sylvia Schenk den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger für eine Schlüsselfigur.

In Radio-Interviews mit den ARD-Sendern hr-info und NDR Info verlangte die Leiterin der Arbeitsgruppe Sport von Transparency International vom Vorgänger des amtierenden Verbandschefs Wolfgang Niersbach Aufklärung zur ungeklärten Zahlung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband Fifa.

"Theo Zwanziger hat die Überweisung an die Fifa getätigt, und er muss im Detail gefragt haben, wofür war das Geld. Ich wundere mich, warum er nichts gesagt hat", sagte Schenk: "Was hat er damals gewusst, warum hat er nichts gesagt, oder hat er wirklich nicht nachgefragt? Das wäre aber völlig unüblich für ihn."

Schenk warnte in den Interviews zugleich vor einer vorschnellen Urteilsbildung. Die Frankfurterin riet dazu, für eine endgültige Bewertung die Überprüfungen der Vorgänge rund um die Millionenzahlung durch unabhängige Kommissionen sowohl beim DFB als auch bei der Fifa abzuwarten. Der Artikel im "Spiegel" sei "sehr dünn", so Schenk, und ein Teil der Vorwürfe veraltet: "Ich habe den Eindruck, dass der Spiegel zu früh veröffentlich hat, möglicherweise hätte man weiter recherchieren müssen." 

Das Nachrichtenmagazin hatte berichtet, ihm vorliegende vertrauliche Unterlagen ließen darauf schließen, dass die nach Deutschland vergebene Weltmeisterschaft 2006 gekauft gewesen sei.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) weist diese Korruptionsvorwürfe zurück. Zwanziger saß im Organisationskomitee der Fußball-WM und war vor seiner Amtszeit als Verbandspräsident (2006 bis 2012) auch Schatzmeister des DFB.

Zwanziger wehrte sich gegen den Verdacht, er sei in dem Fall der "Maulwurf", weil er mit Wolfgang Niersbach, seinem Nachfolger als DFB-Boss, zerstritten sei. Dies hatte am Wochenende der frühere Fifa-Mediendirektor Guido Tognoni geäußert. Zwanziger bestritt dies via "Bild" und seinen Anwalt Hans-Jörg Metz. "Er habe dem "Spiegel" weder Unterlagen noch Informationen besorgt."

(areh/sid/dpa)
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