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Trotz Unterstützung aus der Bundesliga
DFB soll bereits nach einem Niersbach-Nachfolger suchen

Fotos: Niersbach eröffnet das Deutsche Fußballmuseum
Fotos: Niersbach eröffnet das Deutsche Fußballmuseum FOTO: dpa, bt gfh
Frankfurt/Main. Führende Vertreter der Bundesliga-Klubs unterstützen den DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach in der WM-Affäre und kritisieren Theo Zwanziger teils sehr deutlich. Trotzdem soll im Hintergrund die Suche nach einem Niersbach-Nachfolger laufen.

Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Noch herrsche zwischen den Landesverbänden und den Mitgliedern des DFB-Präsidiums jedoch keine Einigkeit. Am Samstag hatte der DFB Medienberichten widersprochen, die Ländesverbände hätten Niersbach in der WM-Affäre zum Rücktritt bewegen wollen.

Diese Behauptung sei ebenso nicht zutreffend und "frei erfunden" wie der Bericht des Nachrichten-Magazins Spiegel, "die Präsidenten der Landesverbände hätten vergangenen Montag bereits über denkbare Nachfolge-Optionen gesprochen", ließ DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Samstag mitteilen

Derweil stehen prominente Vertreter der Bundesliga-Klubs weiter zu Niersbach. "Das Allerschlimmste ist, wenn Menschen über die Medien alte Rechnungen begleichen wollen. Das ist schäbig, das tut man nicht", sagte Sportvorstand Matthias Sammer von Bayern München bei Sky über die Anschuldigungen des früheren Präsidenten Zwanziger. "Die Leute, die jetzt im Verband arbeiten, genießen nicht nur mein und unser Vertrauen", fügte der frühere DFB-Sportdirektor hinzu.

Auch DFB-Vorstand Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender von Eintracht Frankfurt, kritisierte Zwanziger, der im aktuellen Spiegel explizit von "schwarzen Kassen" in der deutschen WM-Bewerbung für 2006 spricht. "Was Dr. Zwanziger reitet, sich ständig öffentlich zu Wort zu melden, ist für mich völlig unverständlich. Welche Motive ihn treiben, das kann ich wirklich nicht begreifen", sagte er und betonte, sein Grundvertrauen in Niersbachs Ehrlichkeit sei "riesig".

DFB-Vizepräsident Harald Strutz äußerte sich wenig überraschend ebenfalls pro Niersbach. "Es gibt keinen Deut, an der Integrität von Wolfgang Niersbach zu zweifeln", sagte der Klubchef des FSV Mainz 05: "Zwanziger hat schon in seiner Zeit als DFB-Präsident Schaden angerichtet und sich jetzt mehr als demaskiert."

Manager Klaus Allofs vom VfL Wolfsburg forderte Aufklärung. "Richtig Licht ist ja noch nicht reingekommen, aber ich hoffe wirklich, dass wir erfahren, wie das alles gelaufen ist. Ich denke, dass die involvierten Personen das aufklären können. Das sind Geschichten, die der Fußball nicht braucht", betonte er.

(jaso/sid)
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