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Skandal um WM-Vergabe 2006
Neuer Bericht belastet Niersbach

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum WM-Skandal
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Hamburg. Eine Woche vor der Veröffentlichung des Untersuchungsberichts sind neue Details zur Affäre um die WM 2006 bekanntgeworden. Der "stern" belastet in seiner neuen Ausgabe den früheren DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach und berichtet, dass der Deutsche Fußball-Bund die ominösen 6,7 Millionen Euro keineswegs dazu brauchte, um sich vom Weltverband Fifa vor der WM einen kompletten Finanzierungszuschuss von 170 Millionen Euro zu sichern.

Außerdem sprechen auch die Recherchen des Hamburger Magazins dafür, dass das Geld am Ende bei dem mittlerweile lebenslänglich gesperrten Fifa-Funktionär Mohammed Bin Hammam aus Katar landete und damit möglicherweise dem Wahlkampf von Präsident Joseph Blatter im Jahr 2002 diente.

Laut Angaben des Hamburger Magazins vom Donnerstag soll aus Notizen des geschassten DFB-Funktionärs Stefan Hans hervorgehen, dass die ominöse Zahlung im Zusammenhang mit einem Zuschuss des Weltverbandes Fifa für die Organisation der WM-Endrunde 2006 in Deutschland in Höhe von nur 70 Millionen Euro stehen soll. Bisher ist angenommen worden, dass zwischen der Überweisung von 2005 und dem gesamten Fifa-Zuschuss von 170 Millionen Euro eine Verbindung besteht.

Auf Basis der Hans-Notizen, die dem "stern" eigenen Angaben zufolge nach der Entdeckung bei Razzien in der DFB-Zentrale und in Privathäusern von früheren DFB-Funktionären vorliegen, erscheint die Zahlung der deutschen WM-Macher als Erfüllung einer Forderung aus Fifa-Kreisen nach einer Provision für 70 zusätzliche Fifa-Millionen; 100 Millionen Euro sollen bereits zuvor geflossen sein. Ausgangspunkt für sämtliche Vorgänge rund um die Zahlung an die Fifa wäre zudem ein Treffen zwischen dem damaligen Fifa-Boss Joseh S. Blatter (Schweiz) und dem Organisations-Chef Franz Beckenbauer gewesen.

Welche Rolle spielen Bin Hammam und Blatter?

Darüber hinaus würden die Aufzeichnungen von Hans, der im Herbst 2015 vom DFB nach Ausbruch der Krise entlassen worden ist, den Schluss erlauben, dass bereits im Juni 2015 Gespräche zwischen dem damaligen DFB-Präsidenten Wolfgang Niersbach sowie Beckenbauer und den ehemaligen OK-Vizepräsidenten Fedor Radmann und Horst R. Schmidt über die Vereinbarung und auch schon den Verwendungszweck der Zahlung an die Fifa geführt worden seien. Dabei wären auch der Name des katarischen Strippenziehers Mohamed Bin Hammam und Blatters Wahlkampf 2002 erwähnt worden.

Wegen der WM-Affäre, in der die Fifa offizielle Forderungen nach Gegenleistungen für ihre Zuschusszahlungen bestreitet, ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen den inzwischen zurückgetretenen DFB-Chef Niersbach, seinen Vorgänger Theo Zwanziger und Schmidt. Der DFB lässt außerdem durch die Kanzlei Freshfields seit Oktober 2015 die Hintergründe des Skandals intern aufklären.

Am 4. März soll Freshfields zunächst dem DFB-Vorstand den Abschlussbericht vorlegen, ehe der Verband auch die Öffentlichkeit über die Ergebbnisse der internen Untersuchungen informieren will.

(seeg/sid/dpa)
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