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Ehemaliger DFB-Präsident
Niersbach: "Rücktritt wurde nicht erzwungen"

Reaktionen zum Rücktritt von Wolfgang Niersbach: "Er hat den Fußball immer geliebt"
Reaktionen zum Rücktritt von Wolfgang Niersbach: "Er hat den Fußball immer geliebt"
Düsseldorf. Wolfgang Niersbach ist nicht auf Druck aus dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Präsident zurückgetreten. "Ich fand es toll, dass kein einziges Präsidiumsmitglied mich zum Rücktritt aufgefordert hat, dass der Rücktritt nicht erzwungen wurde", sagte der 64-Jährige im Interview mit dem Pay-TV-Sender Sky Sport News HD. Niersbach hatte am Montag im Zuge der Affäre um die Vergabe der WM 2006 sein Amt niedergelegt.

"Am Morgen war ich noch bereit zu kämpfen, so groß der Druck auf mich und meine Familie auch war", erklärte Niersbach: "Dann habe ich weitere Informationen erhalten und den Entschluss gefasst."

Das DFB-Präsidium war unterrichtet worden, dass ein Vertragsentwurf mit den Unterschriften des damaligen WM-OK-Chefs Franz Beckenbauer und des wegen Korruption mittlerweile lebenslang gesperrten Ex-Fifa-Funktionärs Jack Warner aufgetaucht war. Der Inhalt legt den Verdacht eines versuchten Stimmenkaufs nahe.

Niersbach kann eine ihm zugeschriebene Handschrift auf einer brisanten Notiz vom November 2004 weiter nicht zuordnen. "Ich bin dazu nicht in der Lage. Ich hatte gehofft, dass ich überhaupt den Vorgang erkenne. Ich habe es aber nicht zuordnen können", sagte er.

Verständnis für den gewaltigen öffentlichen Druck in Bezug auf die Identifizierung der Handschrift hat Niersbach nicht. "Das ist so eine Sache, wie selbstverständlich verlangt wird, einen Schmierzettel mit verschiedenen Handschriften darauf als denjenigen zu erkennen, auf den man 2004 etwas draufgeschrieben hat", sagte er: "Das war auch so ein Puzzlestück, das mich seit einigen Wochen begleitet."

Das Dokument soll belegen, dass Niersbach bereits weit früher als von ihm eingeräumt von der Rückzahlung eines Millionen-Darlehens via Fifa an den früheren adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus erfahren hat. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" hatte das Schreiben am Freitag erstmals ungeschwärzt veröffentlicht und mit einer anderen Schriftprobe abgeglichen.

(seeg/sid)
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