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Nach Rücktritt als DFB-Präsident
Wer wird Nachfolger von Wolfgang Niersbach?

Mögliche Nachfolger für Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident
Mögliche Nachfolger für Wolfgang Niersbach als DFB-Präsident FOTO: dpa, fg jai hak nic
Frankfurt/M.. Reinhard Rauball konnte sich schon eine ganze Weile auf seine neue Aufgabe einstimmen. Auch wenn der Weg dorthin eigentlich ganz anders geplant war. Von Gianni Costa

Denn als im Spätsommer die Zeichen auf einen Wechsel an der Spitze des europäischen Fußballverbandes Uefa standen, da war Wolfgang Niersbach auserkoren, auf Michel Platini zu folgen. Der Franzose wiederum machte sich gesteigerte Hoffnungen auf die Nachfolge von Sepp Blatter beim Weltverband Fifa. Rauball sollte dann beim DFB Präsident werden.

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Bekanntermaßen wurde aus den Planspielen nichts, weil Platini und Blatter von der Ethikkommission gesperrt wurden und Niersbach für höhere Aufgaben ausschied, weil er viel zu sehr damit beschäftigt war, sich um die Krise beim DFB zu kümmern.

Nach dem Rücktritt von Niersbach ist Rauball als Ligapräsident neben Rainer Koch (Vizepräsident) nach der Satzung mit der Führung des größten Sportfachverbands der Welt betraut. Die endgültige Nachfolgereglung soll spätestens bis zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich entschieden sein. "Gehen Sie davon aus: Wir werden bei der EM 2016 vollständig geordnet aufgestellt sein", sagte Rainer Koch am Rande einer Veranstaltung des Bayerischen Rundfunks.

Am kommenden Freitag werde sie die Führungsspitze des DFB vor dem Länderspiel in Paris zusammensetzen und "entscheiden, was akut ansteht", sagte Koch. Niersbach war am Montag im Zuge der WM-Affäre zurückgetreten. "Niemand hat ihn zum Rücktritt aufgefordert", sagte Koch: "Es war seine eigene Entscheidung, politische Verantwortung zu übernehmen."

Ob Koch selbst für einen längeren Zeitraum als DFB-Präsident kandidieren wolle, ließ der Jurist offen. "Ich habe Interesse daran, dass wir den Sachverhalt vollständig und lückenlos aufklären, Interesse daran, dass der DFB weiterhin reibungslos funktioniert und Interesse daran, zusammen mit Reinhard Rauball geordnet die Dinge zu regeln", sagte Koch. Für den Moment seien "alle notwendigen Entscheidungen getroffen".

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Das sind die Kandidaten für eine langfristige Lösung:

Rainer Koch (57) Der Richter am Oberlandesgericht München verfügt beim DFB über eine stattliche Hausmacht. Koch ist Präsident des Bayerischen (BFV) und Süddeutschen Fußball-Verbandes (BFV) und verfügt über einen großen Rückhalt bei den Amateuren im Verband. Er ist allerdings nicht unbelastet. In der Affäre um den Schiedsrichter Manfred Amerell kam es 2011 zwischen ihm und dem damaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger zum Streit. Zwanziger warf Koch vor, nicht alle Informationen weitergegeben zu haben und entzog ihm das Vertrauen. Nach der Wahl von Niersbach 2012 kehrte er wieder auf seine alte Position zurück. Eine Tandemlösung mit Koch und einem Vertreter der Profis ist nicht unrealistisch.

Reinhard Rauball (68) ist als Ligapräsident und Präsident von Borussia Dortmund Vertreter der sogenannten Profis innerhalb des DFB. Sein präsidiales Auftreten auch in den vergangenen Wochen hat ihm hohes Ansehen beschert. Da er sich aber kurz vor der Altersgrenze befindet, wäre er nur ein Kandidat für den Übergang – möglicherweise gerade deshalb ideal, sofern der Verband seine Strukturen ändern wollte in Richtung eines hauptamtliches Managers an der Spitze. Sollte es soweit kommen, wäre auch Oliver Bierhoff, bisher für die Nationalmannschaft verantwortlich, auf der Position vorstellbar – gegen entsprechende Entlohnung.

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Reinhard Grindel (54) zählte als Schatzmeister des DFB (seit 2013) zu den engsten Vertrauten von Niersbach. Dem CDU-Politiker werden schon länger Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt, ihm fehlt es aber zurzeit an ausreichendem Rückhalt.

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