| 16.12 Uhr

Southgate setzt alles auf Rooney
Vier Chancen für Englands Interimscoach

England: Interimstrainer Gareth Southgate setzt voll auf Wayne Rooney
Gareth Southgate bildet eine Schicksalsgemeinschaft mit seinem früheren Mitspieler Wayne Rooney. FOTO: ap, DMV
Hamburg/London. Das Heimspiel in der WM-Qualifikation am Samstag gegen Malta ist die erste Bewährungsprobe für Englands Interimstrainer Gareth Southgate. Vorerst hat der Ex-Nationalspieler nur einen Kurzzeitvertrag für vier Begegnungen.

Vier Spiele, vier Chancen: Für Interimscoach Gareth Southgate und die englische Nationalmannschaft geht es nicht nur um zwölf wichtige Punkte für die WM-Qualifikation, sondern auch um eine gemeinsame sportliche Zukunft. Denn mit einer Siegesserie könnte sich der neue Teammanager durchaus auf Dauer für den begehrten Job bei den "Three Lions" empfehlen.

Dabei ist das Debüt des 46-Jährigen am Samstag gegen Fußball-Zwerg Malta noch nicht die ganz große Herausforderung. Schon schwieriger dürfte es werden, in der kommenden Woche in Slowenien zu gewinnen. Southgate wird dabei auf erfahrene Akteure setzen, die aktuelle Altersstruktur hält er für problematisch.

"Zuletzt sind die jüngeren Spieler mit Drucksituationen nicht immer fertig geworden. Es fehlte sichtbar an Routine, das kann nicht richtig sein", sagte der ehemalige Nationalspieler, der noch vor wenigen Wochen Englands U21 betreute. Nun ist er unvermittelt Nachfolger von Sam Allardyce geworden, der nach nur 68 Tagen im Amt über illegale Tipps zur Umgehung von Transferbestimmungen stolperte - geäußert gegenüber Undercover-Journalisten vom Daily Telegraph.

Mehr als sein 15 Jahre älterer Vorgänger setzt der einstige Innenverteidiger auf die Offensivstärken von Wayne Rooney. Der Torjäger, mit dem Southgate noch gemeinsam das Nationaltrikot trug, soll wieder in die vorderste Spitze rücken. Zuletzt, beim ersten und einzigen Qualifikationsspiel unter Allardyce (1:0 in der Slowakei), hatte sich der Goalgetter immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen lassen.

Southgate gilt als zu lieb, Rooney ist außer Form

Southgate sieht seinen ehemaligen Teamkollegen aber nicht nur rein sportlich als großen Gewinn für das Nationalteam: "Mittlerweile ist Wayne ein herausragender Anführer geworden. Er ist enorm gewachsen und hat alles, was man als Kapitän braucht."

Rooney und Southgate bilden geradezu eine Schicksalsgemeinschaft, die sich gemeinsam beweisen muss. Denn während der Coach weithin als zu nett und zu lieb für seinen neuen Job gilt, steht Rooney wegen Formschwäche seit Wochen in der Kritik.

Und so kann wohl nur eine echte Siegesserie dazu führen, dass Southgate seine Aufgabe auch 2017 fortsetzen darf. Schließlich liegt bei der FA schon eine mittelfristige Lösung in der Schublade.

Zwar waren Spekulationen über Gespräche mit Leipzigs Sportdirektor Ralf Rangnick offensichtlich nur heiße Luft, aber Kontakte zwischen der FA und Arsene Wenger sind kein Geheimnis. Der Elsässer, seit 20 Jahren beim FC Arsenal, gilt als vertragstreu - sein Kontrakt bei den Gunners läuft aber zum Saisonende aus.

(sid)
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