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Reaktionen zur Mammut-WM

Mit viel Kritik hat der deutsche Fußball auf die Entscheidung der Fifa reagiert, die WM ab 2016 auf 48 Teilnehmer aufuzstocken. Bei Twitter gab es Hohn und Spott. Wir haben die Reaktionen gesammelt.

Reaktionen zur Mammut-WM

Berti Vogts (Ex-Bundestrainer): "Ich bin sehr, sehr erschrocken, ich mag es nicht glauben. Das ist furchtbar. Wenn man die WM zugrunde richten will, muss man diesen Weg weitergehen. Ich verstehe es einfach nicht. Das ist nicht mehr meine WM. Was soll das bloß? Es ist ganz schlimm."

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Joachim Löw (Bundestrainer): "Ich finde das bisherige WM-Format mit 32 Mannschaften immer noch gut und kann aus rein sportlicher Sicht einer Aufstockung gar nichts abgewinnen. Für mich hat die EM 2016 in Frankreich nicht zu einer Steigerung der Qualität beigetragen, im Gegenteil. Da gab es viele zähe Spiele, bei denen sich Mannschaften vor dem eigenen Tor geradezu verschanzt haben. Der Fußball ist dadurch nicht attraktiver geworden. Man sollte das Rad nicht überdrehen."

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Jörg Schmadtke (Geschäftsführer Sport beim 1. FC Köln): "Das ist idiotisch. Wir haben ohnehin immer mehr Belastung, und dann wird die WM auch noch aufgeblasen, das finde ich nicht gut. Den sportlichen Wert kann ich nicht erkennen. Schon bei der EM waren viele Spiele langweilig."

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Horst Hrubesch (Europameister von 1980, zuletzt Trainer der Olympia-Auswahl): "Ich bin überrascht. Die Überlastung der Spieler war im alten Modus schon sehr hoch. Es wird immer noch mehr reingepackt, immer mehr. Ich habe nicht damit gerechnet, dass das durchgeht. Der DFB hat sich zu Recht dagegen gewehrt."

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Uwe Seeler (Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft): "Da habe ich überhaupt kein Verständnis für. Das finde ich ganz schlecht. Das wird derart langatmig. Das wird für den Fußball nicht gut sein, das hat man bei der EM gesehen. Aber es war klar, dass es kommen würde, denn damit kann man ein paar Mark mehr machen."

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Alexander Rosen (Sportchef 1899 Hoffenheim): "Die WM ist gut, so wie sie ist. Meiner Meinung nach hätte unbedingt am aktuellen Modus festgehalten werden müssen. Ein Turnier verliert an Wert, wenn - wie etwa bei der EM - drei von vier Mannschaften in der Vorrunde weiterkommen oder noch mehr Teams teilnehmen. Über die Tatsache, dass hinter diesen Gedankenspielen keine sportlichen Beweggründe stecken, brauchen wir uns ohnehin nicht zu unterhalten. Diese Entwicklung ist meiner Meinung nach gefährlich. Der Kalender ist jetzt schon zu eng, und die Spieler bewegen sich im Grenzbereich."

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Ulli Stielike (Nationaltrainer Südkoreas): "Die kleineren Nationen sind sicherlich dafür, aber im Interesse der Gesundheit der Spitzenspieler hätte man es beim alten Modus belassen sollen. Aus Sicht von Südkorea sehen wir, dass alles enger zusammengerückt ist. Das gibt uns mehr Spielraum, wenn vielleicht dann sechs statt vier Mannschaften zur WM fahren."

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Dragoslav Stepanovic (Ex-Coach von Eintracht Frankfurt): "Wer soll das denn alles angucken? Ich bin sogar für weniger als 32 Mannschaften. Am besten nur 24 - und die darf man dann öfter sehen. Nur die Allerbesten sollen zu einer WM."

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Carlo Ancelotti (Trainer Bayern München): "Ich bin generell gegen mehr Spiele. Der Terminkalender ist jetzt schon voll. Die FIFA hat aber gesagt, dass es trotz der Aufstockung nicht mehr Spiele geben wird. Man muss abwarten, was passiert."

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Martin Schmidt (Trainer FSV Mainz 05): "Ich denke, dass der Fußball der ganzen Welt gehört und dass jeder die Chance haben muss, bei so einem Turnier dabei zu sein.

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Rüdiger Fritsch (Präsident des Bundesligisten Darmstadt 98): "48 Mannschaften werden nicht dazu beitragen, die sportliche Qualität zu erhöhen. Für die Ausrichtung des Fußballs als Sportart Nummer eins ist das eine Entscheidung, die mehr Länder begüstigt. Wirtschaftlich ist die Entscheidung also sicher begründbar, sportlich ist sie fraglich."

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Oliver Bierhoff (Nationalmannschaftsmanager): "Ich kann jeden verstehen, der die Aufstockung des Teilnehmerfeldes als eine Verwässerung empfindet. Auch für mich fühlen sich 48 Teams beim größten und wichtigsten Turnier der Welt zu viel an. Die Faszination einer Weltmeisterschaft liegt für die Fans und Zuschauer doch darin, die besten Mannschaften mit den großen Stars zu sehen, davon geht was verloren. Auch die Spieler wollen sich in einem solchen Wettbewerb immer mit den Besten messen. Wir müssen aufpassen, dass der Wert und der Kern des Fußballs erhalten bleiben und die Fans weiterhin spüren, dass es primär um den Fußball auf dem Platz geht. Ein Format mit der Formel mehr Einnahmen durch mehr Teams kann nur funktionieren, wenn die Akzeptanz der Fans da ist. Ich bin gespannt, wie sich dies auf das Turnier auswirken wird. Entscheidend ist auch, dass die Belastung der Spieler nicht noch größer wird."

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Michael Ballack (ehemaliger DFB-Kapitän): "Eine verantwortungslose Entscheidung der FIFA! Das ist ein Angriff auf den Fußball! Und offensichtlich war die Abstimmung einstimmig."

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Oliver Brüggen (adidas-Sprecher): "adidas hält nicht viel von der Vergrößerung des Teilnehmerfeldes bei Fußball-Weltmeisterschaften ab 2026. Wir glauben, dass darunter die Qualität der Veranstaltung und damit auch das Interesse der Zuschauer leiden werden."

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Dino Zoff (italienische Torwartlegende, Weltmeister 1982): "Ich stehe an der Seite der Deutschen, die gegen die WM mit 48 Mannschaften sind. Am Ende geht es immer um Geld, doch darunter leidet die Qualität und natürlich auch die Fußball-Tradition. 32 Mannschaften ist die perfekte Zahl. Natürlich stehen viele Millionen auf dem Spiel, doch hier geht es um den wichtigsten Fußball-Wettbewerb, der geschützt werden sollte. Die Gefahr ist, dass viele Spiele von geringer Relevanz ausgetragen werden."

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Michael Schade (Geschäftsführer Bayer Leverkusen): "Alle sind sich einig, dass der Terminkalender übervoll ist und die Belastung für die Spieler immer höher wird. Die Zeche werden die Vereine zahlen."

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