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Stürmer aus dem Borussia-Nachwuchs
Ex-Gladbacher bringt Griechen auf WM-Kurs
Konstantinos Mitroglou: Ex-Gladbacher bringt Griechen auf WM-Kurs
FOTO: dpa, Orestis Panagiotou
Düsseldorf. Die griechische Nationalmannschaft darf sich berechtigte Hoffnungen auf eine erneute WM-Teilnahme machen. Nach dem 3:1 im Play-off-Hinspiel gegen Rumänien ist der Europameister von 2004 mit einem Bein bei der Endrunde in Brasilien. Matchwinner Konstantinos Mitroglou ist in Deutschland aufgewachsen – und wurde bei Borussia Mönchengladbach aussortiert. Von Stephan Seeger

Mitroglou hat die Fans im Karaiskakis-Stadion in Piräus in der laufenden Saison schon oft zum Jubeln gebracht. Neun seiner 14 Saisontore gelangen dem bulligen Stürmer in der Spielstätte seines Arbeitgebers Olympiakos Piräus. Im Play-off-Hinspiel der WM-Qualifikation zwischen Griechenland und Rumänien sorgte Mitroglou dafür, dass die Arena regelrecht bebte. Der Angreifer erzielte nach 67 Minuten das erlösende 3:1 für die Griechen, die durch den Sieg von der zweiten WM-Teilnahme in Serie träumen dürfen.

Bei seinem zweiten Treffer an diesem Abend zeigte Mitroglou, warum mehrere europäische Spitzenklubs auf ihn aufmerksam geworden sind. Der 25-Jährige nahm den Ball nach einem Freistoß aus spitzem Winkel als Dropkick und traf ins kurze Eck. Bei seinem Führungstor nach einer Viertelstunde hatte Mitroglou den Ball überlegt in die lange Ecke geschoben.

Das ist Konstantinos Mitroglou FOTO: dpa, Thierry Roge

"Die ganze Welt liegt ihm zu Füßen"

Die griechische Presse huldigte dem neuen Nationalhelden am Tag nach dem Sieg. "Die ganze Welt liegt ihm zu Füßen", schrieb die Zeitung "Protathlitis". Ob wirklich die ganze Welt weiß, wer Mitroglou ist, darf noch bezweifelt werden. Fakt ist jedoch, dass einige Spitzenklubs über eine Verpflichtung des Stürmers nachdenken. So soll neben dem FC Arsenal und dem FC Liverpool aus der englischen Premier League auch Borussia Dortmund an Mitroglou interessiert sein. Der BVB will den Griechen als Ersatz für Robert Lewandowski verpflichten, der im kommenden Sommer aller Voraussicht nach zum FC Bayern München wechseln wird.

Den Polen würde Mitroglou nicht sofort eins zu eins ersetzen können, aber der BVB würde einen Stürmer mit eingebauter Torgarantie kaufen. In 15 Pflichtspielen für Piräus erzielte Mitroglou 17 Tore, dazu kommen die beiden Treffer gegen Rumänien. Gleich viermal gelang dem Stürmer in dieser Saison bereits ein Dreierpack. Und: Der Transfer wäre erschwinglich, die festgeschriebene Ablösesumme für Mitroglou soll bei acht Millionen Euro liegen.

Gut möglich also, dass Mitroglou schon bald nach Deutschland wechselt – dorthin, wo seine Karriere begonnen hat. Mitroglou wurde 1988 in Kavala geboren, wanderte aber schon früh mit seiner Familie nach Neukirchen-Vluyn an den Niederrhein aus. Ausgebildet wurde Mitroglou in der Jugendabteilung des MSV Duisburg, ehe er 2005 zu Borussia Mönchengladbach wechselte.

In 35 Spielen für die Jugend der "Fohlen" erzielte er 38 Tore und galt damals als großes Talent. Allerdings gab es früh einen Knick in seiner Karriere. Mitroglou wurde im Alter von 17 Jahren in die Regionalmannschaft der Borussia befördert, spielte jedoch nur ganz selten von Beginn an. Die Qualitäten, die Mitroglou in der Jugend zeigte, konnte er in der Regionalliga West nicht unter Beweis stellen. Deshalb gab die Borussia Mitroglou 2007 zu Olympiakos Piräus ab.

In den ersten Jahren in Griechenland spielte Mitroglou eher unauffällig, weshalb Olympiakos ihn 2011 erst für ein halbes Jahr an Panionios Athen und im Sommer dann für ein Jahr zu Atromitos Athen auslieh. Vor allem bei Atromitos überzeugte Mitroglou und erzielte 15 Tore in 28 Spielen. Nach dem Ende des Leihgeschäftes holte Olympiakos den Stürmer zurück, und seitdem trifft Mitroglou regelmäßig. Nach elf Saisontoren 2012/2013 hat er in diesem Jahr den endgültigen Durchbruch geschafft. Mitroglou weist die beste Torquote aller Profiligen auf – im Schnitt erzielt er 1,4 Tore pro Spiel.

Gegen Rumänien lag Mitroglou über diesem Wert – und hat das Tor zur WM für Griechenland damit weit aufgestoßen.

Quelle: seeg
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