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WM-Starter Argentinien im Porträt
Vierter Versuch - Messi und der Kampf gegen das WM-Trauma

WM 2018: Argentinien im Porträt
Argentinien will endlich den dritten WM-Titel holen. FOTO: ap, AP FP
Buenos Aires. Die WM-Hoffnungen bei Vize-Weltmeister Argentinien ruhen einmal mehr auf Superstar Lionel Messi. Der hat allerdings mit einem Trauma zu kämpfen.

Als Teenie schaute er 2006 beim Elfmeter-Drama hilflos von der Bank aus zu, bei der 0:4-Klatsche im Viertelfinale 2010 war er völlig überfordert, 2014 scheiterte er im Final-Krimi von Rio auf tragische Weise - doch in Russland soll für Lionel Messi nun alles anders werden. Bei der Mission dritter Stern will, nein muss der Superstar sein WM-Trauma mit Argentinien endlich besiegen, um endgültig aus dem langen Schatten Diego Maradonas zu treten.

Messi, der Überflieger, der schon so ziemlich alles gewonnen hat, was es im Weltfußball zu gewinnen gibt, weiß: Nur mit dem heiligen Gral, dem Titelgewinn am 15. Juli 2018 in Moskau, stünde er endgültig auf einer Stufe mit Diego Maradona, dessen Hand Gottes die Gauchos 1986 in Mexiko zum zweiten WM-Titel geführt hatte.

Dreimal war Messi bei Weltmeisterschaften bislang dabei, dreimal verlor er mit Argentinien in der K.o.-Runde gegen Deutschland. 2006 und 2010 war jeweils im Viertelfinale Endstation; doch am meisten schmerzt bis heute das 0:1 nach Verlängerung im Endspiel von Maracana.

Der Stellenwert des fünfmaligen Weltfußballers vom FC Barcelona für die Nationalmannschaft seines Landes steht außer Frage. Kaum ein Team ist so abhängig von einem einzigen Spieler wie die Albiceleste. Messi ist Argentinien. Argentinien ist Messi.

La Pulga, der Floh, war es, der Messi-Land überhaupt erst vom dritten Titel nach 1978 und 1986 träumen lässt. Mit einem Dreierpack beim 3:1 in Ecuador verhinderte der Kapitän und Rekordtorschütze (61 Treffer) des Landes im Oktober ein historisches Debakel. Als Tabellensechster hatte vor dem Finalissimo der südamerikanischen WM-Qualifikation erstmals seit 47 Jahren (1970 in Mexiko) das Verpassen einer Endrunde gedroht.

"Die Seleccion wird sich steigern, wird eine andere sein", versprach Messi mit Blick auf das Turnier im kommenden Sommer in Russland. Das muss sie auch. Denn die Leistungen in der Quali geben kaum Anlass für gesteigerte Titel-Hoffnungen. 19 Tore in 18 Spielen: Von den zehn Teams in Südamerika erzielte nur Bolivien (16) weniger Treffer als Messis Argentinier. Lediglich sieben Spiele wurden gewonnen. Auch unter Trainer Jorge Sampaoli, der im Sommer aus einem Vertrag beim FC Sevilla herausgekauft worden war, lief es kaum besser.

"Wir haben das getan, was wir tun mussten. Für Argentinien ist die Qualifikation Pflicht - immer. Jetzt müssen wir uns vorbereiten, um die WM zu gewinnen", sagte Messi. Und meinte damit wahrscheinlich vor allem sich selbst.

(sid)
 
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