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WM-Starter Australien im Porträt
Australien ist "verdutzt" - Socceroos stehen ohne Coach da

WM 2018: Australien im Porträt
Australien löste das vorletzte WM-Ticket. FOTO: ap, FP
Sydney. Australien hat sich zum fünften Mal für eine Fußball-WM qualifiziert. Ein halbes Jahr vor der Endrunde in Russland steht der Asienmeister aber ohne Trainer da.

Ange Postecoglou ließ einen konsternierten Verbandsboss zurück. "Ich bin wirklich enttäuscht, dass er nicht mit nach Russland kommen wird", sagte David Gallop: "Ich bin aber nicht nur enttäuscht, sondern auch ein bisschen verdutzt." Wie dem Geschäftsführer des australischen Fußballverbands FFA ging es auch den Fans, als sie zehn Tage vor der WM-Auslosung vom Rücktritt ihres Nationaltrainers erfuhren.

Schließlich stehen die Socceroos ein halbes Jahr vor der Endrunde (14. Juni bis 15. Juli) ohne Coach da. "Ich habe entschieden, dass meine großartige Reise als Trainer der australischen Nationalmannschaft endet", sagte der gebürtige Grieche mit australischem Pass während einer Pressekonferenz in Sydney - und war dabei emotional sichtlich mitgenommen.

Warum genau Postecoglou zurücktrat, wollte der 52-Jährige nicht verraten. Australische Zeitungen spekulierten daraufhin über einen Konflikt mit dem Verband. Auch die immer wieder aufkommende Kritik der Medien könne ein Grund für den Schritt gewesen sein. Postecoglou selbst gab zu Protokoll, dass er zukünftig einen Job außerhalb des fünften Kontinents anstrebe.

Nur eine Woche zuvor hatte sich das Team aus Down under durch ein 3:1 im Play-off-Rückspiel gegen Honduras zum vierten Mal in Folge und zum fünften Mal insgesamt für eine WM qualifiziert. Allerdings hatte es schon vor der Begegnung Spekulationen um einen Abschied Postecoglous gegeben.

"Es war das größte Privileg, Trainer dieser Mannschaft sein zu dürfen. Aber ich bin der Überzeugung, dass es die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt ist", äußerte Postecoglous, der das Amt im Oktober 2013 als Nachfolger von Holger Osieck angetreten hatte. Bei der Endrunde 2014 in Brasilien war er mit Australien nach drei Niederlagen als Gruppenletzter ausgeschieden.

An Gallop ("Ich verstehe, dass man manchmal einen Punkt erreicht, an dem man einfach etwas anderes machen muss") liegt es nun, einen Nachfolger für Postecoglous zu suchen. "Wir müssen die richtige Person finden, die in die großen Fußstapfen treten kann", sagte der Funktionär: "Es wäre ein großer Vorteil, wenn ein Australier das Amt übernehmen würde". Als einer der Anwärter für den Job beim Asienmeister gilt Graham Arnold, der derzeit noch den FC Sydney trainiert.

Dass Australien in Russland mit dabei ist, haben die Socceroos vor allem Mile Jedinak zu verdanken. Der 33 Jahre alte Kapitän glänzte gegen Honduras mit einem Hattrick. So lösten die Australier um Bundesliga-Profi Mathew Leckie von Hertha BSC das vorletzte WM-Ticket.

Was damals übrigens noch zu großem Jubel bei Postecoglou geführt hatte. "Das ist ziemlich überwältigend", hatte der Coach, der als Fünfjähriger aus Griechenland nach Australien gekommen war, gesagt: "Meine Spieler haben sich ihre Belohnung abgeholt."

(sid)
 
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