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WM-Starter Deutschland im Porträt
DFB-Team braucht "frisches Blut"

WM 2018: Deutschland im Porträt
Deutschlands Qualifikation verlief makellos. FOTO: ap, FO FP
Köln. Die Qualifikation verlief makellos, zum Sieg bei der Generalprobe genügte eine B-Mannschaft, doch der fünfte WM-Titel wird kein Selbstläufer. "Es wird für uns eine unglaublich schwierige WM", sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Dabei sind die Voraussetzungen für die deutsche Nationalmannschaft glänzend. Die Qualifikation geriet mit zehn Siegen in zehn Spielen zu einer eindrucksvollen Machtdemonstration. Seit der Niederlage im EM-Halbfinale 2016 gegen Frankreich (0:2) ist die DFB-Auswahl in 21 Spielen ungeschlagen. In der Verbandsgeschichte gab es nur zwei längere Erfolgsserien: Von Oktober 1978 bis Dezember 1980 blieb die Nationalmannschaft in 23 Begegnungen in Folge ohne Niederlage, von Juni 1996 bis Februar 1998 waren es 22.

Löw hat daher mit Blick auf das Turnier in Russland nach eigenen Angaben "keine schlaflosen Nächte", doch der 57-Jährige ermahnt dennoch seine Spieler. "Wir sind die einzige Mannschaft, die schlechter werden kann. Alle anderen Mannschaften werden mit einer unglaublichen Motivation gegen uns antreten. Wir müssen einen unglaublich starken Kader haben, wo jeder Spieler an jedem Tag und zu jeder Minute in einer Top-Verfassung ist", sagte Löw.

Über 40 Profis bewerben sich um die 23 Plätze

Den Nationalspielern steht in den kommenden Wochen und Monaten der wohl härteste Konkurrenzkampf der deutschen WM-Geschichte bevor. Über 40 Profis bewerben sich um die 23 Plätze. "Wir müssen harte Entscheidungen treffen. Das wollten wir auch so. Wir brauchen frisches Blut. Wir wollten diesen Konkurrenzkampf, deswegen dürfen wir uns jetzt nicht beschweren", sagte Löw.

Durch den Confed Cup hat Löw zahlreiche Alternativen geschaffen. Bei der Generalprobe stürmte seine junge Mannschaft ohne zahlreiche Stars zum Turniersieg. Spieler wie Lars Stindl, Sebastian Rudy, Leon Goretzka und Timo Werner drängten sich in den Vordergrund. Daher könnte es bei Löws Auswahl auch prominente Namen treffen, die in Russland nicht dabei sein werden.

Im Gegensatz zum Titelgewinn 2014 in Brasilien ist die Konkurrenz aber stärker geworden. Löw nennt Frankreich, Brasilien, Spanien, Argentinien und England als Hauptgegner. "Wir dürfen in Russland keinen Prozentpunkt, keinen Zentimeter nachlassen. Wir sind die Gejagten", sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Zudem spricht die Statistik gegen die DFB-Auswahl. Noch nie ist bei einer WM eine erfolgreiche Titelverteidigung gelungen. 1958 war im Halbfinale nach einem 1:3 gegen Gastgeber Schweden Schluss. 1978 in Argentinien reichte es nach der Schmach von Cordoba gegen Österreich (2:3) nicht einmal zum Spiel um Platz drei. 1994 in den USA scheiterte die deutsche Mannschaft im Viertelfinale überraschend an Bulgarien (1:2).

Diese Serie soll in Russland beendet werden. "Wir haben uns eine wahnsinnig gute Basis erarbeitet. Wir wissen, was wir können. Deswegen macht mich in der Vorbereitung nichts mehr nervös. Wir sind fußballerisch auf höchstem Niveau", sagte Löw nach dem 2:2 zum Abschluss des Länderspieljahres gegen Frankreich.

(sid)
 
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