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WM-Starter Schweiz im Porträt
Pfiffe haben den Schweizer Teamgeist gestärkt

WM 2018: Die Schweiz im Porträt
Die Schweizer wollen unter die besten Acht der WM kommen. FOTO: ap, DMV FP
Zürich. Die Erwartungen an die Schweiz bei der WM sind hoch, mindestens das Viertelfinale soll es sein. Bei den Play-offs kam es zu einem Eklat.

Vielleicht hatten die unschönen Pfiffe gegen Haris Seferovic ja auch ihr Gutes. Nach den Unmutsbekundungen der eigenen Fans gegen den Stürmer ausgerechnet bei der erfolgreichen WM-Qualifikation im Play-off-Duell gegen Nordirland sind die Schweizer Nationalspieler noch enger zusammengerückt. Es könne "die Mannschaft noch mehr anspornen, wenn ein paar Chaoten pfeifen", glaubt Ex-Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld.

Seferovics Sturmrivale Breel Embolo von Bundesligist Schalke 04 nannte die Pfiffe "eine Frechheit", Mittelfeldkämpfer Valon Behrami stand seinem Teamkollegen in einem offenen Brief zur Seite: "Sportler sind auch Menschen, und Pfiffe zu hören tut weh, vor allem, weil sie nach so einem Abend einfach keinen Sinn machen."

Denn die Schweiz hatte sich - wenn auch mit viel Mühe - an diesem Abend am 12. November in Basel zum vierten Mal in Folge für eine WM-Endrunde qualifiziert. "Ein Wunder für ein kleines Land, wie wir es sind", schrieb die Zeitung Blick. Doch nur dabei zu sein, das reicht vielen Anhängern der Nati längst nicht mehr. Der Anspruch ist der Einzug ins WM-Viertelfinale. Das ist der Schweiz zuletzt vor rund 64 Jahren im eigenen Land gelungen.

Gemessen an der Qualität im Kader ist dieses Ziel nicht unrealistisch. Spieler wie Granit Xhaka, Xherdan Shaqiri, Ricardo Rodriguez, Embolo oder Roman Bürki können den Unterschied ausmachen. Zudem hat Trainer Vladimir Petkovic im Kader einen guten Mix aus aufstrebenden und erfahrenen Profis zusammengestellt. In der aktuellen Fifa-Weltrangliste steht die Schweiz als Achter vor Nationen wie Frankreich, England oder Italien.

"Meine Mannschaft hat einen hervorragenden Teamgeist, positive Energie und Willen", sagt Coach Petkovic: "Sie will immer die höchsten Ziele erreichen." Für Hitzfeld ist aber Petkovic hauptverantwortlich für das WM-Ticket. Sein Nachfolger mache "einen sensationellen Job", sagte der frühere Münchner und Dortmunder Meistercoach, "der Fußball unter Petkovic ist attraktiv."

Beim 2:0-Heimsieg in der WM-Qualifikation gegen Europameister Portugal bewiesen die Schweizer, dass sie auch einen Großen schlagen können. Teaminterner Topscorer war übrigens Seferovic mit vier Toren und drei Vorlagen. Der frühere Profi von Eintracht Frankfurt, mittlerweile in Diensten von Benfica Lissabon, war nach dem Pfeifkonzert in Tränen ausgebrochen. Die Mannschaft hat ihn wieder aufgefangen - und ist auch deshalb enger zusammengerückt.

(sid)
 
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