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WM-Starter Frankreich im Porträt
Frankreich träumt mindestens vom Halbfinale

WM 2018: Frankreich im Porträt
Die Franzosen gelten bei der WM als Mitfavorit. FOTO: ap, BC FP
Paris. Nach nur einer Niederlage in elf Spielen 2017 und einer starken Leistung beim unglücklichen 2:2 in Deutschland verblüffen Les Bleus vor allem mit ihren nachrückenden Spielern.

Der Horizont ist wieder blau. Die Bilanz von Frankreichs Fußball-Nationalmannschaft 2017 verzeichnet acht Siege, zwei Unentschieden (darunter ein peinliches 0:0 gegen Luxemburg) und eine Niederlage (0:2 im Länderspiel gegen Spanien). Vor allem das von den Fans der Equipe tricolore wie ein Sieg gefühlte 2:2 im November in Köln gegen Deutschland katapultierte den Vize-Europameister in den Kreis der Anwärter auf eine Halbfinal-Teilnahme bei der WM in Russland. Was da an Schnelligkeit und technischer Präzision zu sehen war, nötigte auch dem neutralen Beobachter Hochachtung ab.

Beim Anpfiff in Köln waren sieben Franzosen 24 Jahre alt oder jünger, und so hat Trainer Didier Deschamps - seit Juli 2012 im Amt - wie sein Pendant Joachim Löw die Qual der Wahl unter rund drei Dutzend Spielern, wenn er im Mai den WM-Kader nominieren muss. Deschamps stöhnte schon: "Die nachrückenden Spieler machen es mir nicht einfacher."

Zu denen gehört vor allem der erst 18-jährige Kylian Mbappé, der im Sommer den Lockrufen aus Spanien und England widerstand und für schlappe 180 Millionen Euro von Monaco nach Paris wechselte - die Ablöse wird aber erst im kommenden Jahr fällig.

Frankreich jubelte: Endlich ein Franzose im Land gehalten! Das geschätzte Monatsgehalt von 1,5 Millionen Euro (plus Bildrechte) regen da niemanden auf. Der Stürmer ist pfeilschnell, seine Stärken sind Rhythmuswechsel und präzise Flanken.

Überhaupt ist die Offensive wieder einmal das Trumpf-Ass der Franzosen. Als Mittelstürmer hat Antoine Griezmann (Atletico Madrid, 26 Jahre, 49 Länderspiele, 19 Tore) beste Karten, während Karim Benzema (Real Madrid, 29/81/27), obgleich juristisch nicht verurteilt, nach seinem Sextape-Erpressungsversuch gegenüber einem Mitspieler bei Trainer Deschamps in Ungnade gefallen ist.

In den Vordergrund gespielt hat sich als kluger Passgeber und intelligenter Spieleröffner auch Bayern-Profi Corentin Tolisso (23/5 /0) während Vereinskollege Kingsley Coman (21/15/1) in der Nationalmannschaft noch seinen Platz sucht.

Im Tor hat Hugo Loris (Tottenham, 30/94/0) seinen Stammplatz so sicher wie Manuel Neuer in Deutschland. In der Abwehr zählt Frankreich vor allem auf die Verteidiger Raphael Varane (Real Madrid, 24/40/2) und Samuel Umtiti (FC Barcelona 24/14/1).

Eins jedenfalls steht fest: Mit Knysna, als bei der WM 2010 in Südafrika ein Training boykottiert wurde und die Spieler nicht aus dem Bus ausstiegen, haben Les Bleus von heute nichts mehr zu tun. Die Spieler sind andere, haben eine andere Mentalität, und die Fans haben verziehen.

(sid)
 
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