| 18.15 Uhr

WM-Starter Kolumbien im Porträt
Führungsspieler als Schlüssel zum Erfolg

WM 2018: Kolumbien im Porträt
Kolumbien sicherte sich ohne den Umweg über die Play-offs das Ticket für die WM-Endrunde 2018 in Russland. FOTO: ap, VRC FP
Bogota. Dank James ist Kolumbien auch 2018 bei der WM dabei. Der Offensivspieler von Bayern München stand im Fokus, die WM-Qualifikation glückte aber dank toller Teamarbeit.

Seine große Bedeutung für Kolumbien stellte James auch nach dem glänzenden Schlussakt zur Sicherheit noch einmal klar. Ganz unbescheiden tippte sich der herausragende Fußballer der Cafeteros mit dem Zeigefinger immer wieder auf die zierliche Brust. "Ich", wollte er damit zum Ausdruck bringen, "schon wieder ich habe getroffen."

Und tatsächlich: James war es zu verdanken, dass die Südamerikaner ohne den Umweg über die Play-offs das Ticket für die WM-Endrunde 2018 in Russland lösten. Der Offensivspieler von Bayern München traf in der Qualifikation in 13 Partien sechsmal, das wichtigste Tor gelang ihm dabei am letzten Spieltag in Peru.

Durch das 1:1 sicherte James seinen Kolumbianern den vierten Platz ab - und verschaffte sich persönlich damit die Möglichkeit, den Titel als WM-Torschützenkönig zu verteidigen. Der Stern, der vor drei Jahren bei der WM in Brasilien mit sechs Treffern aufgegangen und Kolumbien bis in das Viertelfinale geführt hatte, soll auch im kommenden Sommer in Russland leuchten.

Für den argentinischen Nationaltrainer Jose Pekerman ist ein Spieler wie der 26-jährige James David Rodriguez Rubio unverzichtbar. "Großartige Jungs wie James tragen eine riesige Verantwortung, das sollten die Fans auch nach einer schlechten Leistung bedenken", sagte der 68-Jährige: "Ihre Qualität als Führungsspieler war der Schlüssel zur Qualifikation."

James ist in einem Team mit einigen interessanten Akteuren mit Sicherheit die prägendste Figur, er allein kann - auch wenn er diese Einschätzung selbst vielleicht anders bewertet - die gesamte Last aber nicht schultern. Vielmehr profitieren die Kolumbianer von einer starken Achse mit begnadeten Spielern.

Den Rückhalt bildet Keeper David Ospina, 29 Jahre alt und seit 2014 in Diensten des englischen Top-Klubs FC Arsenal. Trotz seiner erst 21 Jahre hält davor Innenverteidiger Davinson Sanchez, der nach einem herausragenden Jahr zu Tottenham Hotspur gewechselt war, die Abwehr zusammen. Und offensiv sind die Kolumbianer nicht minder gut besetzt - James profitiert dabei auch von der Qualität seiner Mitspieler.

So zieht im Mittelfeld Juan Cuadrado die Fäden. Der 29-Jährige spielte wie James bei der WM 2014 groß auf, wechselte dann zunächst zum FC Chelsea und steht mittlerweile bei Juventus Turin unter Vertrag. Den Angriff krönt Radamel Falcao, der in Europa schon bei einigen Top-Klubs gespielt hat und mittlerweile beim AS Monaco regelmäßig trifft.

Falcao stand neben James auch nach dem Punktgewinn in Peru im Fokus, er soll massiv auf die Peruaner eingewirkt haben und einen Nichtangriffs-Pakt vorgeschlagen haben, weil dies Kolumbien ganz sicher zur WM und Peru in die Play-offs gebracht hatte. "Wir wussten, was in den anderen Partien passierte und haben mit diesem Wissen gespielt", sagte Falcao. In Russland sind im kommenden Jahr beide Teams dabei.

(sid)
 
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