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WM-Starter Saudi-Arabien im Porträt
Auf Saudi-Arabien wartet noch viel Arbeit

WM 2018: Saudi-Arabien im Porträt
FOTO: rtr, apt /MJB
Riad. Saudi-Arabien nimmt zum fünften Mal an der Endrunde einer Fußball-WM teil. Unterstützt wird der dreimalige Asienmeister in seiner Vorbereitung auf das Turnier in Russland von der deutschen Torhüter-Ikone Oliver Kahn.

2002 stand Oliver Kahn beim 8:0-Kantersieg gegen Saudi-Arabien in Sapporo bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zwischen den Pfosten. Anders als beim ersten Gruppenspiel der WM 2002 in Südkorea und Japan könnte der frühere DFB-Kapitän beim Weltturnier in Russland im kommenden Sommer (14. Juni bis 15. Juni) bei einem möglichem Duell zwischen Titelverteidiger Deutschland und dem dreimaligen Asienmeister in die Zwickmühle geraten.

Denn Kahn, der am zweiten Turniertag 49 Jahre alt wird, bereitet die Keeper des Königreiches mit seiner Firma "Goalplay" auf die Endrunde in Russland vor. "Meine Aufgabe besteht darin, diesen Prozess zu steuern und meine Erfahrungen einzubringen", sagte Kahn, der sich selbst in Riad auch um die Ausbildung von Nachwuchstorhütern und Torwarttrainern kümmert. Dazu wird dort die weltweit erste "Oliver Kahn Torwart Academy" aufgebaut.

Auf den früheren Bayern-Keeper und seine Mitarbeiter wartet in den kommenden Monaten viel Arbeit. Denn bei seinen bisherigen vier WM-Teilnahmen kassierte Saudi-Arabien 32 Gegentore in 13 Spielen. Nur bei der Premiere 1994 in den USA überstand das Team die Vorrunde. "Immer mehr Länder erkennen, wie wichtig eine umfassende Torhüterausbildung", sagte Kahn, der verhindern will, dass die Saudis noch einmal so eine Klatsche wie damals unter dem Dach des Sapporo-Doms gegen den späteren Vizeweltmeister Deutschland kassieren.

Für den Rest der Mannschaft zeichnet seit Ende November der Argentinier Juan Antonio Pizzi verantwortlich, der ebenso wie sein Vorgänger und Landsmann Edgardo Bauza allerdings nichts zur WM-Qualifikation beigetragen hat. Bauza hatte nach schwachen Vorstellungen der Saudis in den Tests seit September nach nur zwei Monaten seine Papiere bekommen. Der 49-jährige Pizzi hatte zuletzt Chile trainiert, mit den Südamerikanern war er in der WM-Qualifikation allerdings gescheitert.

Bert van Marwijk löste WM-Ticket

Dessen Vorgänger Bauza, der zuvor Argentinien mit Superstar Lionel Messi trainiert hatte, hatte erst im September den früheren Bundesliga-Trainer Bert van Marwijk abgelöst, der die Grünen Falken erfolgreich durch die Qualifikation geführt hatte und sich anschließend bei weiteren Vertragsgesprächen mit dem Verband SAFF zerstritt. "Es sind einige Mitglieder meines Stabs ohne Absprache mit mir entlassen worden. Das kann ich nicht akzeptieren", hatte der niederländische Ex-Trainer von Borussia Dortmund nach dem Ende seines Engagements auf der Arabischen Halbinsel gesagt.

Zudem habe der Verband von ihm verlangt, dass er seinen Hauptwohnsitz in den arabischen Staat verlege. "Das war für mich nicht verhandelbar. Ich will dort nicht permanent wohnen", sagte van Marwijk, der 2010 mit den Niederlanden im WM-Finale gegen Spanien gestanden hatte (0:1). Zu van Marwijks Betreuerstab in Saudi-Arabien gehörte auch der frühere Bayern-Profi Mark van Bommel.

Der neue Coach Pizzi will mit seinem Team in Russland auf jeden Fall die Vorrunde überstehen. Bislang erreichten die Saudis nur bei ihrer ersten WM-Teilnahme 1994 in den USA das Achtelfinale.

(sid)
 
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