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WM-Starter Senegal im Porträt
Die Erben von Diouf - Senegal träumt von neuem Coup

WM 2018: Senegal im Porträt
Senegal ist erst zum zweiten Mal für eine WM-Endrunde qualifiziert. FOTO: rtr, gb /MJB
Dakar. Zum erst zweiten Mal hat sich Senegal für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Das Team von Bundesliga-Profi Salif Sane will an die Glanzmomente von der WM 2002 anknüpfen und setzt dabei auf einen Liverpool-Star.

Seoul, World Cup Stadium. 31. Mai 2002. Es läuft die 30. Spielminute im Auftaktspiel der Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan - Titelverteidiger Frankreich ist klarer Favorit gegen den Fußballzwerg Senegal. Doch dann startet El Hadji Diouf auf der linken Außenbahn durch, nimmt den Kopf kurz hoch und bedient in der Mitte Papa Bouba Diop zum goldenen Treffer. Es folgte ein sensationeller Durchmarsch bis ins Viertelfinale.

15 Jahre sind diese goldenen Momente des senegalesischen Fußballs nun alt. Aliou Cisse erlebte sie damals hautnah auf dem Rasen mit, als damaliger Kapitän. Jetzt will er die "Löwen von Teranga" als Trainer bei der WM in Russland 2018 zu neuen Glanzmomenten führen. "Unsere Generation hat ihre Geschichte geschrieben", sagte Cisse: "Jetzt liegt es an ihnen, ihre zu schreiben."

Die Auswahl des westafrikanischen Staates hat sich am 10. November mit einem 2:0-Sieg im Wiederholungsspiel in Südafrika erst zum zweiten Mal für das wichtigste Fußballturnier qualifiziert. Ursprünglich hatte der Senegal im November 2016 in Südafrika 1:2 verloren. Der Fußball-Weltverband Fifa setzte allerdings ein Wiederholungsspiel an, nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS die lebenslange Sperre gegen den Schiedsrichter der Partie, Joseph Lamptey, wegen Spielmanipulation bestätigt hatte.

Nach dem Triumph wurde das Team um Starspieler Sadio Mane vom englischen Traditionsklub FC Liverpool in der senegalesischen Hauptstadt Dakar triumphal empfangen. Die ganz in grün gekleideten Anhänger hoben Coach Cisse auf ihre Hände und feierten den Rastamann.

Die Hoffnungen sind groß, dass das Team um Defensivspezialist Salif Sane von Hannover 96 nun an die Überraschungserfolge von 2002 anknüpft. Vor allem die Offensive um Mane kann sich sehen lassen. Mit Diafra Sakho (West Ham United), Keita Balde (AS Monaco) und M'Baye Niang (FC Turin) verfügt Cisse über mehrere Optionen.

In der Weltrangliste machte der Senegal zuletzt einen großen Sprung und verbesserte sich im November-Ranking um neun Plätze auf Rang 23 - so gut war die Auswahl des 15 Millionen-Einwohner-Staates noch nie gewesen. Dennoch wird Senegal ein Außenseiter sein. Wie auch 2002. Als das kongeniale Duo mit Vorbereiter Diouf und Vollstrecker Diop die Fans begeisterte. "Wir haben unser Land damals auf die Weltkarte gepackt", sagte Diouf kürzlich: "Ich war einer der Größten bei der WM 2002." Jetzt gehört die Bühne seinen Erben.

(sid)
 
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