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WM-Starter Spanien im Porträt
Spanien will Wiedergutmachung für 2014

WM 2018: Spanien im Porträt
Spanien will in Russland wieder angreifen. FOTO: ap, SG FP
Madrid. Das Vorrunden-Aus bei der WM 2014 ist längst abgehakt, bei der Endrunde 2018 in Russland will Spanien wieder angreifen. Die fast makellose Qualifikation macht den stolzen Iberern Hoffnung.

An jenen 11. Juli 2010 erinnert sich Andres Iniesta noch ganz genau. Es läuft die 116. Minute des Endspiels von Johannesburg, Iniesta kommt im Strafraum an den Ball, schließt blitzschnell ab und trifft zum 1:0 gegen die Niederlande - Minuten später ist Spanien erstmals Weltmeister, und Iniesta der Held einer ganzen Nation.

Mehr als sieben Jahre sind seitdem vergangen, der spanische Fußball hat weitere Höhepunkte wie den Europameistertitel 2012 und viele Rückschläge wie das Vorrunden-Aus bei der WM 2014 erlebt. Immer dabei: Andres Iniesta. Auch bei der WM-Endrunde 2018 wird der schüchterne Mittelfeldspieler des FC Barcelona wieder einer der Eckpfeiler des Teams sein - und er träumt davon, seine Nationalmannschaftskarriere mit einem weiteren Titel zu beenden.

Die Mannschaft hat sich seit dem WM-Triumph von 2010 verändert. Von der "goldenen Generation" um Iniesta, Xavi oder Iker Casillas, die auf dem Weg zum Titel unter anderem Deutschland im Halbfinale geschlagen hatte und die Gegner mit ihrem Tiki-Taka zur Verzweiflung trieb, sind nur noch wenige Spieler dabei. Als das Team in Brasilien 2014 als Titelverteidiger schon krachend in der Vorrunde scheiterte, folgte der große Umbruch.

Akteure wie Bayern Münchens Superstar Thiago, die Mittelfeldspieler Isco und Marcos Asensio vom Champions-League-Sieger Real Madrid oder Torhüter David de Gea von Manchester United prägen nun das Spiel. Nationaltrainer Julen Lopetegui kennt viele Spieler noch aus seiner Zeit als Coach verschiedener Juniorenteams.

In der Innenverteidigung sind die Spanier mit den erfahrenen Sergio Ramos und Gerard Pique weiterhin überragend besetzt. Als der stolze Katalane Pique als Unterstützer des Unabhängigkeitsreferendums seiner Heimatregion massive Kritik vonseiten der Fans einstecken musste, stellte sich die Mannschaft demonstrativ hinter den 30-Jährigen. "Meine Jungs haben gezeigt, wer wir sind und was wir als Team erreichen können", sagte Trainer Lopetegui dazu.

Dass mit Spanien in Russland zu rechnen sein wird, zeigte die Qualifikation. Mit neun Siegen und einem Unentschieden sicherten sich die Iberer den Gruppensieg, sie schickten zudem Italien in die Play-offs. Seit 51 WM-Qualifikationsspielen ist Spanien ohne Niederlage, die letzte gab es am 31. März 1993 in Dänemark.

Doch was diese Serie letztlich wert ist, wird die Endrunde im kommenden Sommer zeigen. Spanien ist nur in Lostopf 2, es wartet also mindestens ein Spitzenteam auf die Iberer. "Wir freuen uns auf die WM und nehmen jeden Gegner an", sagte Lopetegui.

(sid)
 
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