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WM-Starter Tunesien im Porträt
Tunesien träumt von den großen Namen

WM 2018: Tunesien im Porträt
Tunesien fährt als ungeschlagener Qualifikant zur WM. FOTO: rtr, AA/mel /MJB
Tunis. Nach der WM in Deutschland 2006 ist Tunesien erstmals wieder bei einer Endrunde dabei. Die "Adlern von Karthago" blieben in der Qualifikation ungeschlagen und träumen nun davon, auf die großen Namen zu treffen.

Mit dem Schlusspfiff machte sich nach aller Anspannung vor allem Erleichterung unter den tunesischen Fans breit - Nach 12 Jahren endlich wieder dabei. Mit dem nervenaufreibenden 0:0 gegen Libyen lösten die "Adler von Karthago" trotz enttäuschender Vorstellung das Ticket zur Fußball-WM in Russland 2018.

"Das Wichtigste ist doch, dass wir uns qualifiziert haben", sagte Trainer Nabil Maaloul. Ein Unentschieden am letzten Spieltag der Afrika-Qualifikation hatte seinem Nationalteam gereicht, um sich mit einem Punkt Vorsprung vor Demokratischen Republik Kongo den Gruppensieg zu sichern.

Doch das schmucklose Remis der Nordafrikaner hatte zum Ende einer eigentlich zufriedenstellenden Qualifikation noch einmal für eine schweißtreibende Spielzeit gesorgt. "Alle Spiele waren schwer. Das gegen Libyen war aber zweifellos das härteste, da wir unter einem enormen Druck standen", sagte Mittelfeldspieler Ghilane Chaalani.

Unter besonderem Druck hatte dabei vor allem Maaloul gestanden. Die Qualifikation war seine zweite Chance, sich als Nationaltrainer der Tunesier zu beweisen, nachdem er nach der gescheiterten Quali zur WM 2014 als Coach gefeuert worden war. Im April war er an die Stelle des Polen Henryk Kasperczak getreten und schaffte die erfolgreiche Rückkehr auf die internationale Bühne.

Denn auch in den vorherigen Partien war Tunesien während der gesamten Gruppenphase ungeschlagen geblieben. Sie gewannen viermal und ließen lediglich gegen die Kongolesen (2:2) und im entscheidenden Spiel gegen den Tabellendritten Libyen Punkte liegen.

Zuletzt war der Afrika-Meister von 2004 bei der WM in Deutschland 2006 dabei gewesen und war dort als Gruppendritter bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Auch bei der ersten Teilnahme 1978 und in den Jahren 1998 sowie 2002 hatte es das Team nicht über die Gruppenphase hinaus geschafft.

"Wir dürfen nicht nach Russland reisen, um die zweite Geige zu spielen, sondern müssen uns vornehmen, so weit wie möglich zu kommen", sagte Wahbi Khazri vom französischen Erstligisten Stade Rennes. Er gehört zu den wenigen Spielern aus einer ausländischen Liga, denn im Gegensatz zu anderen afrikanischen Teams kommen die meisten Profis (aktuell 18) von tunesischen Erstligisten.

Doch um dieses Mal bei einer WM bessere Chancen zu haben, schaute sich Maaloul bereits nach weiteren Unterstützern um. Dabei hatte der 55-Jährige unter anderem Rani Khedira, Bruder von Weltmeister Sami Khedira (Juventus Turin), ins Auge gefasst.

"Fakt ist, die wollen. Der Verband hat offiziell angefragt", sagte der Mittelfeldspieler des Bundesligisten FC Augsburg dem kicker. Trotz seiner doppelten Staatsangehörigkeit war ein Einsatz für Tunesien zunächst nie ein Thema gewesen, obwohl er spielberechtigt wäre. Doch zunächst wolle der 23-Jährige im deutschen Oberhaus Fuß fassen. "Ich habe dem tunesischen Verband gesagt, dass eine Entscheidung im Frühjahr fallen wird", betonte er in der Bild.

Die bestehende Mannschaft träumte unterdessen schon von ihren Wunschgegnern. "Alle wollen gegen Messi spielen", sagte Ghilane Chaalani unmittelbar nach dem WM-Einzug. Verteidiger Ali Maaloul wünscht sich derweil ein Duell mit dem Weltfußballer: "Ich möchte auf Portugal und Cristiano Ronaldo treffen."

(sid)
 
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